Berge erleben

Im Revier der Alpen-Murmeltiere

Andreas | © Andreas Kirschner
Andreas
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Bei uns in Serfaus-Fiss-Ladis sagt man im Dialekt auch "Murmala" oder "Fermenta".

Das Murmeltier-Revier...
..bei uns in Serfaus-Fiss-Ladis.

Das Alpen-Murmeltier gehört zur Unterfamilie der Erdhörnchen. Ihr Lebensraum ist oberhalb der Waldgrenze auf Alpinen Rasenflächen und es ist bei uns noch sehr häufig anzutreffen.

Nach dem langen Winterschlaf von Oktober bis Ende März / Anfang April erwachen die  kleinen Nager und kommen aus ihrem Bau. Total ausgehungert machen sich die Murmeltiere auf Nahrungssuche. Sie ernähren sich von Wurzeln, Alpinen Gräsern, manchmal auch von Insekten, die als Snack das spärliche Nahrungsangebot im Frühjahr erweitern. 
Wenn die Murmeltiere erwachen, liegt häufig noch Schnee. Der harte Überlebenskampf fordert leider so manches Opfer.
 

Die Murmeltiere auf der Suche nach Nahrung.

Im Mai beginnt die Paarungszeit und schon nach fünf Wochen werden ca. 2-4 Jungtiere geboren.
Nach vierzig Tagen kommen dann die Jungtiere das erste Mal aus dem Bau. 

Sofort beginnt auch für die Jungtiere das große Fressen, denn sie müssen sich in der kurzen Zeit bis Oktober stattliche Fettreserven anfressen um den Winter zu überstehen. 
Bevorzugte Futterpflanzen sind der Alpenklee und der Alpenmutterwurz mit besonders vielen ungesättigten Fettsäuren.
Ein ausgewachsenes Murmeltier frisst ca. 1,2 kg Gras (Blätter, Blüten, Kräuter) am Tag.
 

Den Jungtieren steht ein harter Winter bevor.

Murmeltiere leben in einem Familienverband mit strikter Rangordnung

Man kann die jungen Murmeltiere (Äffchen) beim Kuscheln oder der Fellpflege mit der Mama (Katze) beobachten. Das Männchen (Bär) hält inzwischen Wache auf seinem erhöhten Posten mit bester Aussicht. Ein warnender Pfiff und die Murmeltiere flüchten in Ihren Bau oder in die Fluchtröhren, die sie vor Feinden wie Steinadler, Fuchs, Kolkrabe, Falke oder Marder schützen.
 

Murmeltiere sind Tagaktiv und am besten in der Früh oder am späteren Nachmittag zu beobachten.  Die Murmeltiere mögen es nicht zu warm, deshalb meiden sie die Mittagshitze. 
Manchmal liegen sie ausgebreitet vor ihrem Bau oder auf einem Stein. Dies machen sie nicht um sich zu sonnen, sondern um sich zu kühlen und zu reinigen. Murmeltiere haben nämlich keine Schweißdrüsen. 

Ende August beginnen die Murmeltiere dann Heu zu sammeln um Ihre Gemeinschaftshöhle für den Winter auszupolstern.

 

Die Vorbereitung auf den  Winterbau ist für die Murmeltiere überlebenswichtig.

Der Winterschlaf

Wenn das Nahrungsangebot Ende September/ Anfang Oktober nicht mehr ausreicht und genügend Fettreserven angefressen sind, geht’s in den Winterbau, wo sich die Murmeltiere in Gruppen zusammenkuscheln und in den Winterschlaf fallen.


Die Körpertemperatur sinkt dann bis unter 5 Grad. Die Atmung verlangsamt sich auf ca. 2 Züge je Minute und das Herz schlägt nur noch ca. 20-mal pro Minute (statt ca. 200-mal).
Der Energieverbrauch sinkt auf weniger als 10%. Rund 1200 Gramm Körperfett werden für den langen Winterschlaf verbraucht. Das Murmeltier verliert in dieser Zeit ein Drittel seines Körbergewichts. Ein Alttier wiegt ca. 3 - 4 kg und ist etwa 50 cm groß wenn es steht.
Murmeltiere erwachen nur wenige Male um ihr Geschäft zu erledigen. Wenn die Temperatur im Bau unter 5 Grad fällt ist Gefahr im Verzug.
Dann erwachen einige Alttiere und regulieren durch etwas Bewegung die Temperatur im  Bau. Die Jungtiere liegen im Inneren der Gruppe und die stärksten im Außenbereich. So haben die Jungtiere eine höhere Überlebenschance. 

Die Winterbauten liegen ca. 6-7m unter der Erde.

Nach dem Winter beginnt wieder die Nahrungssuche.