Die Fisser Imperial Gerste wird am Hochplateau von Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol angebaut | © Andreas Kirschner
Genuss der Region

Purer Genuss, pure Geschichte

Andrea | © Andrea Koolen
Andrea
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Für den SFL Blog habe ich mich unter die Teilnehmer des Kochkurses im Restaurant Lassida gemischt. Das kulinarische Angebot im Genussherbst 2018 konnte ich dabei hautnah erleben. Bon appétit!

Kochen mit der Fisser Imperial Gerste

Mit der Fisser Imperial Gerste lassen sich sowohl regionale Schmankerln als auch internationale Spezialitäten zubereiten. Steffi, die überaus freundliche Lassida-Köchin, zeigte uns, wie wir leckere Gerichte mit den gesunden Körnern zaubern können. Anschließend durften wir natürlich das zubereitete Essen auch kosten.

Das Restaurant Lassida mit seiner Sonnenterrasse in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
Das Restaurant Lassida mit seiner Sonnenterrasse.

Alter Gerstensorte wird neues Leben eingehaucht

Schon die Bezeichnung macht Gusto und lässt Herrschaftliches vermuten: Fisser Imperial Gerste.

Das Fisser Korn gilt als robuster als die herkömmliche Gerste und hat seinen Ursprung auf dem Tiroler Hochplateau in der Gemeinde Fiss. Die aromatisch leicht malzige Gerstenart gehört zu den ältesten kultivierten Getreidesorten und wurde schon von den alten Römern und Ägyptern angebaut. Bis in die 1960er Jahre wurde das Korn auch in unserer Region angebaut. Bis nach Südamerika wurde das kostbare Getreide sogar exportiert. 

Interessant ist, dass diese sehr alte Getreidesorte eine Zeit lang sogar von der Bildfläche verschwunden ist. Erst vor einigen Jahren wurde sie aus ihrem viel zu langen Dornröschenschlaf erweckt. Was uns natürlich sehr freut!

Da die Anbaufläche in Fiss zu klein ist, wird sie zusätzlich ganz in der Nähe, in der Gemeinde Tösens, angebaut. Das Saatgut stammt aber natürlich aus Fiss, der Urgemeinde der erlesenen Körnern.

Los geht’s – Ran an die Töpfe

Der Herbst zeigte sich an diesem Tag wieder von seiner schönsten Seite und daher freute ich mich besonders auf das urige Restaurant Lassida auf 2.350 m und die köstlichen Gerichte, die wir in der Küche kreierten.

Unsere Köchin hatte bereits alles vorbereitet, portioniert, gemessen und geschnippelt. Eine gute Vorbereitung ist schließlich die halbe Miete. Mit hoher Authentizität und Tiroler Schmäh erklärte Steffi die Zubereitung der einzelnen Gerichte.

Hinweis:

Die Gerste sollte stets über Nacht eingeweicht und am nächsten Tag durch ein Sieb abgegossen werden. 

Regionalität:

Die Rinderbrühe wurde von einem Serfauser Stier angesetzt. Auch der würzige Almkäse hat regionale Wurzeln. Ein Hochgenuss für alle, die auf Regionalität sehr viel Wert legen.

Die Zutaten für das Gerstelmenü in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
Miit frischen Zutaten ging es an den Herd.

Alles noch mal Menü passieren lassen

Zur Vorspeise gab es eine Gerstelsuppe, als Hauptgang ein Gerstelrisotto und als Dessert einen fruchtigen Gerstengras-Smoothie.
Hier eine kurze Kochanleitung für alle Getreideliebhaber, die den Tiroler Geschmack in ihre Küchen zaubern möchten. Nachkochen ausdrücklich erwünscht!


Gerstelsuppe "Tiroler Art" mit Selchfleisch

Rezept für die Gerstelsuppe für 4 Personen:

  • 200 g Fisser Imperial Gerste (alternativ Rollgerste)
  • 2 Stk. Lauch
  • 3 Karotten
  • 5 mittelgroße Kartoffeln
  • 1 große Zwiebel
  • 1 Stk. Sellerie
  • 150 g Selchfleisch fertig gegart
  • 2 l Rinderbrühe
  • 3 Lorbeerblätter
  • Wacholderbeeren
  • Majoran
  • Salz und Pfeffer
Die Gerstelsuppe im Restaurant Lassida in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
Gerstelsuppe "Tiroler Art".

Kochanleitung:

Die Kartoffeln und das Gemüse (hier kann man gerne erfinderisch sein) schälen und gleichmäßig würfeln. Durch die Kartoffelstärke wird die Suppe besonders sämig. Zwiebel und Selchfleisch ebenfalls würfeln und gemeinsam in einen großen Topf geben. Achtung: Beides ohne Farbe anschwitzen. Lorbeerblätter und Wacholderbeeren hinzugeben. Mmmmhhh…. spätestens jetzt steigt einem ein angenehm würziger Duft in die Nase. 

Nun die Gerste hinzugeben, kurz umrühren und mit der Rinderbrühe aufgießen. Bei kleiner Hitze ca. 20 Minuten kochen, gelegentlich umrühren, das geschnippelte Gemüse hinzufügen und weitere 15 Minuten weiterkochen. Die Suppe ist fertig, wenn die Gerste gar bzw. weich ist. Hier ist Geduld gefragt, da es sich bei der Fisser Imperial Gerste um eine sehr robuste Art handelt. Mehrmals kosten. Mit Salz, Pfeffer und Majoran abschmecken.

Die Gerstelsuppe im Restaurant Lassida in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
Wir wünschen guten Appetit.

Hauptgang: Köstliches Gerstelrisotto á la Lassida

Rezept für das Gerstelrisotto für 4 Personen:

  • 2 EL Butter
  • 2 große Zwiebeln
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 200 g Fisser Imperial Gerste (alternativ Rollgerste)
  • 100 ml Weißwein
  • 500 ml Rinderbrühe
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Almkäse (alternativ würziger Hartkäse)
  • Petersilie gehackt
  • Salz und Pfeffer
Das Gerstelrisotto kann perfekt mit Fleisch serviert werden. Das gibt es in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol | © Serfaus-Fiss-Ladis
Serviervorschlag aus Serfaus-Fiss-Ladis: Gerstelrisotto mit einem Stück Fleisch.

Kochanleitung:

Die fein gewürfelten Zwiebeln in Butter anschwitzen (ohne Farbe) und anschließend den gehackten Knoblauch (alternativ Knoblauchmus in Olivenöl eingelegt) dazugeben. Gerste hinzufügen und ebenfalls mitanschwitzen, mit Weißwein (am besten ein gutes Tröpfchen zum Anstoßen) aufgießen und unter ständigem Rühren reduzieren lassen. Mit der halben Menge Rinderbrühe aufgießen, 10 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen und gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt. Anschließend die restliche Brühe aufgießen und fertig kochen bis die Gerste weich ist. Zwischendurch kosten. Wenn die Flüssigkeit verkocht ist, mit Sahne aufgießen und den geriebenen Käse einstreuen. Parmesan schmeckt übrigens auch sehr lecker dazu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackter Petersilie servieren.

Keine Gerste im Haus? Kein Problem. Als Alternative eignet sich Naturreis. Dieser passt auch wunderbar zu diesem Gericht. Auch diesen am besten am Vortag in Wasser einweichen.


Eine Königin als Dessert

Ein Gerstengras-Smootie - von Experten liebevoll "Die grüne Königin" genannt - gab es als krönenden Abschluss dieses herbstlichen Gerstelmenüs.

Wer hätte gedacht, dass wir einen süßen Smoothie aus Gerste zubereiten werden. Er war wirklich sehr erfrischend und lecker!

Die grünen Blätter der Gerstenpflanze werden zu Pulver verarbeitet und setzen in unserem Smoothie ihre heilsame Wirkung frei. Das Gerstengraspulver enthält einen besonderen Inhaltsstoff: Chlorophyll. Es wirkt entgiftend, entschlackend und blutreinigend. Die Ballaststoffe und Enzyme verbessern die Darmgesundheit und fördern eine gute Verdauung. Hochwertiges und leicht verwertbares Eiweiß kräftigt den Körper. Die Vitalstoffe unterstützen bei vielen Stoffwechselvorgängen und tragen zu einer Harmonisierung des Säure-Basen-Haushalts bei. Phosphor und Thiamin tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.

Rezept für den Gerstengras-Smoothie für 4 Personen:

  • 2 TL Gerstengraspulver (im Frühling und Frühsommer 200 g frisches Gerstengras)
  • Orange/Mango/Banane (Menge je nach persönlicher Vorliebe)
  • 1-2 kleine Stücke Ingwer
  • Saft von einer Zitrone
  • 2 Gläser Wasser oder Buttermilch
  • Eine Prise Kurkuma
Gerstengras-Smoothie in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
Gerstengras-Smoothie - Frisch, gesund und lecker.

Die Zubereitung ist recht schnell erklärt: Alles fein mixen und genießen.

Tipp: Bei der Wahl des Obstes könnt ihr euch austoben und das nehmen, was euch am besten schmeckt. Hier kann ruhig auch mal experimentiert werden.

Zubereitung des Smoothies beim Kochkurs im Lassida in Serfaus-Fiss-Ladis in Tirol | © Serfaus-Fiss-Ladis
Steffi beim Zubereiten des Gerstengras-Smoothies.

Kulinarisch gut gestärkt ging es mit der Gondel wieder talwärts. Ein wirklich empfehlenswertes Angebot während des Genussherbst in Serfaus-Fiss-Ladis. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen.

Die weiteren Termine für die Kochkurse im Genussherbst findet ihr HIER.