Davids

Christstollen

In der traditionellen Weihnachtsbackstube hat der Christstollen einen hohen Stellenwert. Bereits im Mittelalter wurde der brotförmige Kuchen zubereitet und besonders bei unseren deutschen Nachbarn im Großraum Dresden darf er in der Adventzeit in keinem Haushalt fehlen. Auch für mich gehört ein Christstollen einfach zur Vorweihnachtszeit dazu.

Wichtig bevor du beginnst: Das Rezept ergibt zwei Christstollen. Falls du nur einen Stollen machen möchtest, nimm einfach nur die Hälfte der Zutaten, aber bei den derzeitigen handelsüblichen Verpackungsgrößen vermeidest du unnötige Reste, wenn du gleich zwei Stollen bäckst und du hast bereits ein Geschenk für einen deiner Lieben.

Fertiger Christstollen | © Serfaus-Fiss-Ladis
Fertiger Christstollen | © Serfaus-Fiss-Ladis
Fertiger Christstollen | © Serfaus-Fiss-Ladis
Zutaten Christstollen | © Serfaus-Fiss-Ladis

Zutaten für 2 Stück

300 g Rosinen
1 TL geriebene Zitronenschale
100 g Orangeat
100 g Zitronat
100 g gemahlene Mandeln
125 ml Rum
850 g Mehl
1 Würfel frische Hefe
170 ml Milch
200 g Butter
2 Eier
100 g Zucker
2 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
1 TL Zimt
½ TL Kardamom
½ TL Muskat

Zubereitung

Im ersten Schritt werden die Rosinen, die Zitronenschale, das Orangeat, das Zitronat, die gemahlenen Mandeln und der Rum in einer Schüssel vermengt. Die Mischung bis zur weiteren Verwendung durchziehen lassen. Für mehr Aroma kann auch schon am Vortag mit diesem Schritt begonnen werden.

Während die Füllung aromatisiert, kann mit dem eigentlichen Hefeteig begonnen werden. Damit der frische Hefewürfel seine Kraft entfalten kann, wird ein „Dampferl“ erzeugt. Hierfür wird der Hefewürfel zerbröselt und mit ca. 1 EL Mehl vermengt. Danach wird die Mischung in lauwarmer Milch mithilfe eines Schneebesens aufgelöst. Mein Geheimtipp dabei ist noch die Zugabe von ca. einem EL Honig, dann kann nichts mehr schiefgehen. Die Emulsion sollte jetzt ca. eine halbe Stunde bei Raumtemperatur rasten bevor sie mit den restlichen Zutaten zu einem Hefeteig vermischt wird.

In der Zwischenzeit kann bereits die Butter zerlassen werden und nach der Rastzeit des Hefe-„Dampferl“ werden beide Zutaten mit dem Mehl, dem Zucker und den Eiern zu einem Teig geknetet. Dabei empfehle ich zuerst die Zutaten mit einem großen Kochlöffel vermengen und dann für ca. 15 Minuten die Mischung zu einem Teig kneten. Durch die Wärme der Hände wird der Teig einfach besser als mit einer Küchenmaschine. Den fertigen Hefeteig wiederum eine halbe Stunde unter einem Küchentuch ruhen lassen. Für ein erstklassisches Ergebnis kann man auch den zugedeckten Teig in einer Schüssel über einem Gefäß mit heißem Wasser geben, damit wird die Entfaltung des Hefepilzes nochmals unterstützt.

Nachdem sich der Teig sichtbar vergrößert hat, werden die in Rum eingelegten Zutaten und Gewürze mit dem Teig vermengt und alles nochmals gut verknetet. Jetzt muss nur noch der fertige Teig in Form gebracht werden. Dafür den Teig in zwei gleichgroße Teile aufteilen und mit der Teigrolle den Stollen über die lange Kante etwas flach rollen. Eine Hälfte bis zur Mitte umklappen, sodass eine Seite etwa doppelt so hoch ist wie die andere und den Teig mit den Händen nochmal zurechtformen. Zu beachten ist, dass die an der Teigoberfläche befindlichen Rosinen sich während des Backvorgangs schwarz und bitter werden. Mein Tipp ist daher die Rosinen in den Teig zu drücken, sodass sie auf der Oberfläche nicht mehr zu erkennen sind und du hast keine Probleme mit den Bitterstoffen.

Danach ein Backblech mit Backpapier belegen, die Stollen darauf platzieren und zugedeckt nochmal 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen den Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze (bzw. 200 Grad Umluft) vorheizen und die Stollen etwa 40-45 Minuten backen. Nach ca. 20-25 Minuten, wenn die Stollen bereits braun sind, die Temperatur auf 180 Grad Ober- und Unterhitze (bzw. 160 Grad Umluft) reduzieren. Falls die Stollen zu dunkel werden, mit Alufolie abdecken, bis sie fertig gebacken sind.
Die fertigen Meisterstücke direkt nach dem Backen, wenn sie noch heiß sind, mit Butter bestreichen. Wenn die Stollen abgekühlt sind , nochmal mit flüssiger Butter bestreichen und von allen Seiten dick mit Puderzucker bestreuen.

Viel Spaß beim Nachbacken und falls ihr den Stollen lagern möchtet, empfehle ich, ihn in Alufolie einzuhüllen und an einem kühlen Ort (nicht im Kühlschrank) aufzubewahren.

 

Rezept als PDF zum Ausdrucken