10. Dezember

serfauser skibusse von ameah

Innovativ waren die Serfauser immer schon. Anfang der Siebziger ließen sie erneut aufhorchen und vor allem aufatmen. Ruhig und erholsam sollte das Dorf werden und bleiben. 1972 wurde die sogenannte VERKEHRSBERUHIGUNG eingeführt. Vorbilder fanden sich zu jener Zeit bereits in der Schweiz. Der Weitblick der damals verantwortlichen Entscheidungsträger ist aus heutiger Sicht nach wie vor bemerkenswert. Nicht Autos, sondern Menschen sollten das Dorfbild prägen.

Bevor die Entscheidung der Verkehrsberuhigung jedoch getroffen wurde, fand eine GÄSTEBEFRAGUNG statt. Sollte das Dorf komplett autofrei oder verkehrsberuhigt werden? 70% der Befragten gaben an, dass die Möglichkeit, bei An- und Abreise ins Dorf fahren zu dürfen, nach wie vor bestehen bleiben sollte.

Am Ortseingang wurden ein SCHRANKEN und ein großer Parkplatz errichtet. Gäste wurden über zehn Jahre mit Autobussen zur Talstation befördert. Innerorts gab es mehrere Zustiegsstellen. Geparkt wurde direkt bei den Unterkünften oder eben auf dem Parkplatz am Ortseingang, den es bis heute noch gibt. Gegen eine Entschädigung von einem Schilling konnten die Gäste den KLEINEN SKIBUS zu Beginn des Fahrverbotes zu den Talstationen benutzen. Die Problemlösung bewährte sich allerdings nicht lange. Durch die zunehmende Gästezahl wurde der Busverkehr im Ort immer mehr zur Belastung. Die UNFALLGEFAHR, Lärmbelästigung und Umweltbelastung nahmen zu.

Ein Serfauser Zeitzeuge berichtet, dass die tiefen Fahrrillen der Schneefahrbahn immer häufiger zu brenzligen Situationen führten und das Leben im Winter für Gäste und Einheimische immer unangenehmer wurde. Zudem fanden Gäste, die im Dorf zusteigen wollten, im überfüllten Bus zwischen Parkplatz und Talstation oftmals keinen Platz mehr. „Aus dem kleinen Bus wurde plötzlich ein 20-Sitzer, ein Linienbus, später drei Busse, dann vier Busse,... Serfaus ERSTICKTE erneut im Verkehr“, erinnert sich ein Serfauser.

Durch die Nachteile, die der Busverkehr mit sich brachte, verblasste das einst positive Image vom verkehrsberuhigten Dorf und es wurde nach ALTERNATIVEN TRANSPORTMITTELN gesucht.