12. Dezember

Die Komperdellbahn von ameah

Bereits 1940 führte eine MATERIALSEILBAHN hinauf aufs Komperdell. Die Trasse verlief über der Argaschlucht und war nichts für schwache Nerven. Zwar handelte es sich dabei keinesfalls um eine Personenbahn, dennoch nahmen wagemutige Einheimische oftmals in der offenen Holzkiste Platz und stiegen oben beim Kölner Haus wieder aus.

Anfang der Fünfziger wurde die Materialseilbahn dann in eine PERSONENPENDELBAHN für fünf Personen umgebaut. Der Grundstein der touristischen Personenbeförderung in Serfaus war gelegt. Kurze Zeit später ging der erste Schlepplift mit zwei Bügeln in Betrieb.

2 vs. 130. Damals tickten die Uhren noch langsamer. Die damalige Komperdellbahn hatte nämlich nur ZWEI KABINEN. Und die heutige Bahn? Gleich 130 Gondeln reihen sich artig hintereinander und bitten die Fahrgäste zum Einstieg. Lange Zeit waren Bahnen im Pendelbetrieb die gängige Technik. War die erste Kabine oben angekommen, konnten unten die wartenden Gäste erst in die zweite Kabine einsteigen.

Die tägliche Beförderungskapazität der ersten Personenpendelbahn lag bei 150 PERSONEN. Eine Bergfahrt dauerte 20 Minuten. In der Stunde konnte sie bei Vollbesetzung (5 Personen) 15 Personen hinauf aufs Komperdell transportieren. Durch den zunehmenden Fremdenverkehr war der Andrang an der Talstation sogar so groß, dass Platzkarten ausgegeben werden mussten. Frühmorgens nahmen daher einige hartgesottene Wintergäste im PYJAMA den Weg zur Talstation auf sich, um sich ihr Ticket zu sichern. Wintergäste mussten manchmal Wartezeiten von bis zu einem halben Tag in Kauf nehmen. Das veranlasste einige sportliche Gäste dazu, einfach zu Fuß zum Kölner Haus zu stapfen. Da waren sie wenigsten schon gut aufgewärmt.

Der Start in die Personenbeförderung am Berg war jedoch etwas HOLPRIG. Die Kabinen der ersten Bahn waren nämlich AUS SCHWEREM HOLZ gefertigt. Sie gondelten nur wenige Meter über dem Boden. Besonders bei Schneeverwehungen war dies nicht allzu optimal. Auch die Stützen bestanden damals aus Holz, erst später kamen Metallstützen zum Einsatz. Die schweren Holzkabinen wurden nach nur einer Saison durch LEICHTMETALLKABINEN ersetzt. Eine originale Metallkabine steht heute im Kinderrestaurant STARREST der Skischule Serfaus. Skischulkinder können darin gemütlich Platz nehmen. So funktioniert moderner Geschichtsunterricht heute.

Bereits 1958 wurde mit dem Bau einer neuen Pendelbahn begonnen. Eine Kabine bot Platz für rund 25 Personen. Die tägliche Förderleistung stieg bereits auf 600 PERSONEN und die Fahrzeit konnte von 20 auf 8 Minuten reduziert werden. Ein Jahr später wurde die SEILBAHN KOMPERDELL GMBH gegründet. Der Tourismus florierte weiter und mit dem Bau neuer moderner Aufstiegshilfen machte sich das Skigebiet Serfaus einen Namen bei den Wintersportgästen. Die Komperdellbahn, die wir heute kennen, stammt aus dem Jahr 1988 und ist eine 6er-Umlaufbahn.