20. Dezember

Seilbahn Komperdell GmbH

In Serfaus-Fiss-Ladis gibt es ZWEI SEILBAHNUNTERNEHMEN. Weißt du, wann sie gegründet wurden? Welche der beiden ist älter? Die Fisser Schilift Gesellschaft m.b.H. wurde 1966 aus der Taufe gehoben. Und wann waren die Serfauser dran?

Bereits in den 50er Jahren erfolgte im Nachbardorf Serfaus mit dem Bau der ersten Personenbahn hinauf zum Kölner Haus der Startschuss in die PERSONENBEFÖRDERUNG. Der Fremdenverkehr nahm zügig Fahrt auf. 1953 verzeichnete Serfaus bereits 20.000 Nächtigungen. Eine eigene Seilbahngesellschaft wurde aber erst später gegründet.

1957 erblickte die heutige SEILBAHN KOMPERDELL GMBH das Licht der Seilbahnwelt. Gründungsmitglieder waren das Land Tirol, die TIWAG (Tiroler Wasserkraftwerke AG), Ökonomierat Franz Schuler aus Ried im Oberinntal und die Gemeinde Serfaus. Als Mitbegründer übernahm FRANZ SCHULER die Aufgabe des ersten GESCHÄFTSFÜHRERS des neu gegründeten Unternehmens. In seine Funktionsperiode fallen die Erschließung des Komperdells mit neuen Aufstiegshilfen und der Ankauf der ersten PISTENMASCHINE. Auch sein Nachfolger hat seine Spuren hinterlassen: 1969 übernahm Erwin Tschiderer, der U-Bahn-Pionier von Serfaus, die Geschäftsführung.

Bis Mitte der 80er Jahre erwarben die Gemeinde und der Tourismusverband die Anteile der anderen drei Partner. Heute ist die Gemeinde Serfaus zu 100% EIGENTÜMER des Seilbahnunternehmens - eine wahre Seltenheit im Alpenraum.

Neues Unternehmen, neue Aufstiegshilfe: Die Gründung der Serfauser Seilbahngesellschaft ist eng mit dem Bau der Komperdellbahn verwoben. Im Jahr 1958 wurde die NEUE PENDELBAHN hinauf zum Kölner Haus in Betrieb genommen. Statt anfangs fünf Personen fanden nun rund 25 FAHRGÄSTE gleichzeitig in der neuen Bahn Platz. Sitzplätze gab es vier an der Zahl: in jeder Ecke einen. Alle anderen Wintersportler mussten STEHEND mit Ski während der 8-minütigen Auffahrt verweilen, dabei waren die zwei Fahrkabinen nicht sonderlich groß. Täglich konnten so statt zuvor 150 nun 600 Gäste transportiert werden.

Erst in den siebziger Jahren mussten sich die Wintergäste nicht mehr in eine Kabine zwängen. Der Bau der neuen EINSEILUMLAUFBAHN (EUB) bot pro Gondel – es gab in Summe 150 – Platz für vier Personen. 1300 Personen konnten so stündlich auch den Berg transportiert werden. Die lokale TIROLER TAGESZEITUNG berichtet am 5. November 1973 euphorisch: „In einer selbst von Experten unmöglich gehaltenen Rekordzeit entstand in dem internationalen Skiparadies eine neue Seilbahn, die parallel zur bisherigen Komperdellbahn von der 1435 Meter hoch gelegenen Talstation hinauf in die *JETSCHWUNGREGION verläuft.“

*Jetschwung = Fahrtechnik, die in den 70ern beim Buckelpistenfahren sehr beliebt war.

Schon früh erhielt die Region das Prädikat „familienfreundlich“. So ist es nicht verwunderlich, dass 1996 die alte Pendelbahn nicht komplett abgetragen wurde, sondern in die erste Kinderseilbahn Europas namens MURMLIBAHN umfunktioniert wurde. Heute befindet sich im ehemaligen Stationsgebäude der Pendelbahn eine kreative SPIEL- UND KLETTERWELT und auch die Murmlibahn ist Geschichte.

Die Seilbahn Komperdell GmbH gibt es aber immer noch – und das mehr als 60 JAHRE nach ihrer Gründung.