21. Dezember

Skiklub Ladis

Das Bergdorf Ladis strotzt nur so vor GESCHICHTE: da ein liebevoll renoviertes Bauernhaus mit Freskenmalereien, dort ein historischer Backofen an der alten Hausfassade und nicht zu vergessen: die steinerne Burg Laudeck aus dem 13. Jahrhundert, das mit Abstand älteste Gebäude des Dorfes. Aber nicht nur die Gebäude in Ladis haben VIELE JAHRE auf dem Buckel.

Wir drehen unsere Scheinwerfer auf den Skiklub Ladis. Er ist einer der ÄLTESTEN SKIKLUBS IN TIROL. Gutes wird bewahrt: Bis heute ist er aktiv und verwendet das erste KLUBABZEICHEN aus dem Jahr 1924/25 als Logo. Es zeigt einen Skispringer vor einer Bildkulisse. Einheimische konnten es in den Zwanzigern um 20.000 Kronen und Gäste um 50.000 kaufen.

Im Jänner 1912 wurde der geschichtsträchtige Klub aus der Taufe gehoben. Mit seiner Gründung war ein wichtiger Grundstein für die Entwicklung des FREMDENVERKEHRS am Hochplateau gelegt. Bis heute ist der Skiklub aktiv und feiert in Kürze (mit Unterbrechungen) sein 90-jähriges Bestehen. Die Zeit während des Zweiten Weltkriegs war bitter und ein großer Rückschlag für den aktiven Skiklub. Seine Tätigkeiten erlahmten.

Erst im Jahre 1961 erfolgte die lang ersehnte WIEDERGRÜNDUNG. Heute ist er stärker denn je und begeistert vor allem die jungen Einheimischen. OBMANN MARKUS NEIER erklärt die heutige Aufgabe des Skiklubs Ladis „Wichtig ist es, den Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für den Wintersport weiterzugeben und sie aktiv zu fördern. Wir sind aber nicht ausschließlich wettkampforientiert. Es geht um den SPASS, den die Kinder haben sollen. Trainiert werden sie dabei gemeinsam mit der Skischule Fiss-Ladis. Die Zusammenarbeit funktioniert einwandfrei.“

Starker Impulsgeber für den Fremdenverkehr war das KURHOTEL der Familie Schumacher und ein idealer Ausgangspunkt für die Wintersportler. Damals gab es natürlich noch keine bequemen Aufstiegshilfen. Mit einfachen SKIERN UND FELLEN unternahmen sie bereits vor dem Ersten Weltkrieg Skitouren in die umliegenden Berge. Die Gegend rund um das Schönjöchl und Komperdell zeigten sich von ihrer herrlichsten Seite. Noch vor dem Kölner Haus dienten Skihütten den Skiläufern als ÜBERNACHTUNGSQUARTIER. Am nächsten Tag wurden dann von dort aus weitere Touren unternommen. Einer der ersten Skilehrer war JOHANN HEISELER, der wahrscheinlich den Skiklub zu Beginn leitete. Bereits 1930 zählte der Skiklub drei geprüfte Skiführer.

Tief verankert in der PHILOSOPHIE des Skiklubs sind neben der Weitergabe der Wintersportbegeisterung auch WETTKÄMPFE. Menschen haben sich immer schon gerne in verschiedenen Disziplinen gemessen, nicht wahr? Zudem wurden die Wintergäste durch die Rennen gut unterhalten und nahmen oftmals auch daran teil. Eine äußerst spaßige Wettkampfvariante möchte ich dem Leser an dieser Stelle nicht vorenthalten: die FUCHSJAGD. Zwei gute Skilehrer waren die „Füchse“ und wurden mit einer FUCHSSCHWANZ-MÜTZE gekennzeichnet. Sie hatten die Aufgabe, sich vor den verfolgenden Skifahrern zu verstecken und sich ja nicht die besagte Mütze vom Kopf reißen zu lassen. Denn dann war das Spiel für ihn vorbei.

Die Menschen damals wussten bereits, dass es beim Skifahren nicht nur um Bewegung geht. Es ist ein Gefühl, das glücklich macht. Findest du nicht auch?