People of SFL: Markus Altmann macht aus Bleistiftstrichen Kunstwerke
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Auf dem Bild beugt sich eine ältere Frau über einen Wasserhahn, ihre weißen Haare leuchten in der Sonne. Hinter ihr zeichnen sich Schatten ab, aus dem Wasserhahn fließt Wasser in einen Metallkübel. Alle Details sind so genau zu erkennen, dass das Bild fast wie ein Schwarz-Weiß-Foto wirkt. Dabei ist es eine Bleistiftzeichnung – gemalt von Markus Altmann. Der 60-Jährige ist Künstler und hat im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst am Berg“ in Serfaus-Fiss-Ladis schon mehrmals seine Werke ausgestellt. Hauptberuflich schwingt er aber nicht den Bleistift, sondern den Kochlöffel als Küchenchef im Familienrestaurant Sonnenburg.
„Mein Interesse am Zeichnen, das hat schon in der Grundschule angefangen. Schon damals habe ich viel für Freunde gezeichnet und in der Hauptschule sagte mir ein Lehrer dann, ich hätte ein Riesentalent.“ Sein Hobby zum Beruf zu machen, war damals – in den 1970er-Jahren – allerdings gar nicht so einfach. „Ich wollte erst technischer Zeichner werden, konnte aber meine Eltern nicht richtig davon überzeugen. Also habe ich mich zum Konditor ausbilden lassen, das ist schließlich auch ein kreativer Beruf“, erzählt Markus Altmann.
Der Landecker hat nach Stationen im Betrieb seines Vaters, eigener Selbstständigkeit und einem kurzen Ausflug in den Verkauf schließlich zu den Bergbahnen Fiss-Ladis gewechselt. Seit 15 Jahren ist er dort in der Küche tätig. Und es war auch sein Kollege und Gastronomieleiter Martin Kaplja, der ihn schließlich dazu animierte, seine Werke bei „Kunst am Berg“ auszustellen.
Alles selbst gelernt
Bis er allerdings seine ersten Werke ausstellen konnte, dauerte es. „Ich male nur mit Graphitstiften, ähnlich wie Bleistifte. Das zu erlernen, das dauert.“ Markus hat sich alles selbst beigebracht: „Darauf bin ich auch sehr stolz. Ich habe mir Bücher gekauft, mich immer wieder damit beschäftigt. Es sind Riesenschritte bis zum fertigen Bild.“
Hinter jedem seiner Werke steckt deshalb nicht nur jahrzehntelange Erfahrung, sondern auch viel Geduld und Zeit. „Es ist schwer zu sagen, wie viel Aufwand hinter einem großen Bild – etwa dem von der Eiger Nordwand – steckt. Da müsste ich eine Uhr mitlaufen lassen“, schmunzelt er. An manchen Tagen sitzt er drei bis vier Stunden in seinem Malzimmer, manchmal nur eine halbe Stunde. Insgesamt dauert es aber rund drei bis sechs Wochen, bis eine Zeichnung fertiggestellt ist.
„Ich brauche zum Malen viel Ruhe. Ich muss mich gut fühlen, sonst klappt nichts“, weiß er. „Alles ist Kopfsache, man muss voll fokussiert sein.“ Das beginne schon bei der Auswahl der Materialien: „Ich arbeite mit speziell aufgerautem Papier und muss immer wieder entscheiden, welchen Stift – weich, stumpf, spitz – ich nutze.“