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Wandertipp des Monats Oktober: Auf den Hinteren Heuberg (2.578 m)

  • Berge erleben
  • Sommer
veröffentlicht am geändert am
Lesedauer 3 Minuten
Ein goldener Herbsttag, klare Bergluft und beste Fernsicht – im Oktober zog es uns wieder einmal in die Bergwelt von Serfaus-Fiss-Ladis. Unser Ziel für diesen Tag: der Hintere Heuberg auf 2.578 Metern.

Vielleicht ist euch der Hintere Heuberg schon einmal aufgefallen, ohne dass ihr seinen Namen kanntet. Von der Bergstation Lazid aus ist er gut zu sehen: Seine steil abfallende, von zahlreichen tiefen Rinnen durchzogene Bergflanke macht ihn unverwechselbar. Besonders im Herbst, wenn die tief stehende Sonne Licht und Schatten über die Hänge zeichnet, treten diese markanten Strukturen eindrucksvoll hervor.

Genau dort hinauf sollte uns unsere heutige Wanderung führen. Und obwohl der Hintere Heuberg von Weitem ziemlich schroff wirkt, zeigt sich die Landschaft auf dem Weg zum Gipfel immer wieder überraschend grün und weitläufig.

Was diese Tour außerdem besonders macht: Sobald man die bekannteren Wege hinter sich lässt, wird es herrlich ruhig. Statt anderen Wanderern begegnet man hier eher Pferden, Schafen und – mit etwas Glück – der einen oder anderen Gams.

Start am Komperdell

Für die Wanderung gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. Wir starteten an der Bergstation Komperdellbahn.

Von der Bergstation Komperdell geht es über den breiten Fahrweg hinunter zur Lausbachbrücke und anschließend vorbei an der Cervosa Alm. Anschließend folgt man dem breiten Fahrweg bergauf bis zur Abzweigung .
Hier wechselt man auf den schmalen Trujensteig in Richtung Leitle Kreuzchen. Auf diesem Abschnitt ist bereits etwas Trittsicherheit gefragt.

Vom Leitle Kreuzchen geht es auf dem breiten Fahrweg weiter bergauf, bis in einer Kurve links der Weg in Richtung Böderhütte abzweigt. Ab hier wird die Wanderung landschaftlich besonders schön. Der schmale Steig führt durch die ruhige Berglandschaft und eröffnet immer wieder herrliche Ausblicke.

Bei unserer Tour trafen wir hier sogar auf freilaufende Pferde, die friedlich auf den Almwiesen grasten.

Über die Böderalpe Richtung Riefenjoch

Nach einiger Zeit führt der Weg über eine kleine Holzbrücke. Unter einem plätschert das klare Bergwasser, während die Morgensonne langsam über die umliegenden Gipfel wandert – ein wunderschöner Platz, an dem man am liebsten kurz stehen bleiben möchte.

Nach der Überquerung beginnt der erste deutlichere Anstieg. Auf einem schmalen Pfad geht es durch niedrige Alpenvegetation und vorbei an Heidelbeer- und Moosbeersträuchern bergauf.

Nach etwa 20 Minuten erreicht man einen wunderschönen Aussichtspunkt. Die Weitsicht ist beeindruckend – und gleichzeitig hat man von hier einen noch besseren Blick auf den Hinteren Heuberg mit seinen schroffen, tief eingeschnittenen Rinnen.

Mit etwas Glück kann man hier auch Gämsen beobachten. Wir hatten an diesem Tag tatsächlich das Glück, einige von ihnen in den steilen Hängen zu entdecken. Beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit sie sich in diesem Gelände bewegen.

Der steile Aufstieg zum Riefenjoch

Nun folgt der anstrengendste Abschnitt der Tour: der Aufstieg zum Riefenjoch. In mehreren Kehren führt der Weg steil nach oben. Besonders auf dem letzten Stück ist Trittsicherheit gefragt. Doch sobald man das Joch erreicht hat, ist die Anstrengung beinahe vergessen.

Plötzlich öffnet sich die Landschaft. Vor einem liegt eine weitläufige, sanft hügelige Hochfläche, eingerahmt von Bergen. Hier oben herrscht eine ganz besondere Ruhe. Kein Verkehr, kein Trubel – nur die Weite der Almflächen und die umliegenden Gipfel.

Vom Riefenjoch folgt man dem Grat nach links. Unterwegs kommt man an einer kleinen Hirtenhütte vorbei und trifft im Sommer und Frühherbst immer wieder auf Schafe, die hier oben ihre Zeit auf der Alm verbringen.

Der letzte Anstieg zum Hinteren Heuberg

Jetzt liegt nur noch der letzte Anstieg vor uns. Über die breite, hügelige Weidefläche geht es dem Gipfel entgegen.
Und dann ist es geschafft: 2.578 Meter!
Was einen oben erwartet, ist überraschend. Statt eines schroffen Gipfels steht man auf einer weitläufigen grünen Fläche – und rundherum eröffnet sich ein fantastisches 360-Grad-Panorama.

Bei guter Sicht erkennt man zahlreiche Gipfel der Samnaungruppe und der umliegenden Bergwelt, darunter:
Richtung Westen und Südwesten – Samnaungruppe

  • Muttler – 3.294 m
  • Piz Mundin – 3.146 m
  • Furgler – 3.004 m
  • Hexenkopf – 3.035 m
  • Schmalzkopf – 2.724 m

Richtung Süden und Südosten – Ötztaler Alpen

  • Wildspitze – 3.768 m
  • Weißseespitze – 3.518 m
  • Weißkugel – 3.739 m

Doch nicht nur die hohen Gipfel sind beeindruckend. Vom Hinteren Heuberg reicht der Blick auch weit hinunter ins Tal. Man entdeckt den Högsee, den Wolfsee in Fiss und bei klarer Sicht sogar Burg Laudegg in Ladis.

Erst hier oben wird einem so richtig bewusst, wie weitläufig die Bergwelt rund um Serfaus-Fiss-Ladis eigentlich ist.

Gipfelpause mit Marend

Natürlich durfte nach dem Aufstieg eine ausgiebige Pause nicht fehlen. Also suchten wir uns ein schönes Plätzchen, packten unsere Marend aus und genossen einfach den Moment. Die Sonne im Gesicht, die Berge rundherum und diese besondere Ruhe – manchmal braucht es gar nicht mehr.

Nach unserer Pause machten wir uns auf demselben Weg wieder an den Abstieg. Bei der Böderalpe folgten wir erneut dem schmalen Pfad zurück zum breiten Forstweg.

Ganz beendet war unser Wandertag damit allerdings noch nicht: Zum Abschluss ging es für uns hinauf zum Restaurant Lassida, wo wir uns ein selbstgemachtes Eis gönnten.

Nach so einer Tour schmeckt es schließlich gleich doppelt so gut.

Tourendaten auf einen Blick

  • Gipfel: Hinterer Heuberg, 2.578 m
  • Start: Bergstation Komperdellbahn
  • Ende: Bergstation Lazidbahn
  • Schwierigkeit: mittel
  • Höhenmeter: ca. 640 hm
  • Gehzeit: ca. 3 Stunden
  • Strecke: ca. 10,8 km

Fazit: Der Hintere Heuberg ist eine wunderschöne Tour für alle, die die ruhigere Seite der Bergwelt von Serfaus-Fiss-Ladis kennenlernen möchten. Besonders im Herbst, wenn die Luft klar ist, die Sonne tiefer steht und auf den Wegen langsam Ruhe einkehrt, hat diese Wanderung ihren ganz eigenen Reiz.