Christoph | © Christoph Strigl
Christoph

Mit drei Gipfelsiegen von Serfaus nach Fiss

20.07.2018 · Berge erleben
Eine Wanderung entlang des Grats von Serfaus nach Fiss bietet neben dem permanent traumhaften Ausblick auch drei Gipfelsiege. Christoph hat für unseren SFL Blog diese Wandertour etwas genauer unter die Lupe genommen.

Ölsardine am Strand spielen? Nein, vielen Dank. Das ist nichts für mich. Meine Freizeit verbringe ich lieber in den Bergen. Getreu dem Spruch: Wenn ich den Bergsee seh brauch ich kein Meer mehr. Hier kann ich abschalten, entspannen, die Ruhe und Aussicht in vollsten Zügen genießen. 

Ich starte um 8.00 Uhr von daheim los und fahre zur Talstation der Waldbahn. Wie im Blogbeitrag "Meine 10 Must Do's im Sommer in Serfaus-Fiss-Ladis" erwähnt, starte ich mit Gondelhopping. Mit der Waldbahn rauf, dem Sunliner nach Serfaus und anschließend mit der Komperdellbahn zur Mittelstation. Von dort aus startet die Gratwanderung. Die Gondelfahrten nutze ich sinnvoll: Ich überprüfe ein letztes Mal gründlich meine Ausrüstung, creme mich ein, werfe einen letzten Blick auf meine Wetter-App und schaue mir die Tour nochmals auf der Wanderkarte an.

Auf meinem Smartphone kontrolliere ich, ob die Notfall App der Leitstelle Tirol noch korrekt läuft. Diese App ist für Wanderungen in den Tiroler Bergen konzipiert worden und ist kostenlos downloadbar (App für iOS | App für Android). Mit dieser App kann im Notfall per Knopfdruck ein Notruf abgesetzt werden und man kann mittels GPS umgehend geortet werden.

Während der Auffahrt mit der Komperdellbahn kann ich mein Ziel - das Panoramarestaurant BergDiamant an der Bergstation der Schönjochbahn - schon erstmals aus der Ferne sehen. Auch der Grat, auf welchem ich etwas später entlang gehen werde, erstrahlt schon im Sonnenlicht.

Durchgängig perfekter Ausblick garantiert

Vom Komperdell aus starte ich um 9.00 Uhr entlang des geschotterten Weges in Richtung Bergstation der Familienbahn Gampen. Hier treffe ich auf eine Familie aus Deutschland, mit welcher ich mich unterhalte. Doch nach wenigen Metern trennen sich unsere Wege bereits wieder. Die Familie hat den Furgler, den 3.004 Meter hohen Hausberg der Serfauser als heutiges Wanderziel auserkoren. Mein Weg führt mich in Richtung Fiss, unter anderem auf den Oberen Sattelkopf auf 2.596 Metern.

Wenige Meter hinter der Bergstation der Familienbahn Gampen biege ich auf den Blumensteig ab. Der Gratweg ist vom Komperdell weg bestens beschildert - verlaufen praktisch unmöglich. Ich halte mich zuerst immer an die Ziele "Brunnenkopf bzw. Fisser Joch" und an die Zahl 20, welche den Weg markiert. Im Blumensteig geht es über Stock und Stein. Links und rechts von mir blühen die verschiedensten Blumen und Gräser. Hier würde man am liebsten schon des Öfteren stehen bleiben und das Meer an Blumen betrachten.

Zu Beginn ist die Gratwanderung immer leicht ansteigend. Perfekt, um in einen guten Gehrhythmus zu kommen. Mein Tipp: Nicht zu schnell beginnen. Denn bis zum Vorderen Brunnenkopf sind es rund 700 Höhenmeter, die bezwungen werden müssen.

Ich folge dem bestens beschilderten Weg und genieße erstmals einen tollen Ausblick auf das Dorf Serfaus. Vorbei an einem Bachbeet und immer leicht bergauf gelange ich zur nächsten Weggabelung.

Schritt für Schritt - Ein früher Start bedeutet keinen Stress

Bei der Abzweigung wechsle ich auf den Weg 20a in Richtung Brunnenkopf. Jetzt geht der Aufstieg so richtig los. Der Berg stellt sich auf. Jetzt wird es für eine Zeit lang teilweise richtig steil. Im "Zick-Zack-Kurs" geht es nach oben - immer weiter in Richtung Grat. Auch hier gilt: Selbstüberschätzung ist absolut fehl am Platz. Daher empfehle ich einen zeitigen Start. Die Tour ist mit 4,5 Stunden angeschrieben und je früher man startet, desto mehr Zeit hat man, um entsprechende Pausen einzulegen, zu fotografieren und die Aussicht zu genießen. Eine gute Ausrüstung (vor allem gutes Schuhwerk), gute Kondition und Bergerfahrung sind für diese Tour von Vorteil. Bitte beachtet die Betriebszeiten der Bergbahnen, damit ihr vom Schönjoch bzw. vom Komperdell (wenn ihr die Tour in die andere Richtung geht) wieder mit der Bahn ins Tal kommt.

Bei der nächsten Wegtrennung folge ich dem Weg 20a in Richtung Vorderer Brunnenkopf und Oberer Sattelkopf.

Das Pfeifen unterhalb des Grats

Ich nähere mich dem Grat. Nur noch wenige Höhenmeter trennen mich vom höchsten Punkt der heutigen Wanderung. Hier lege ich eine kurze Pause ein um den Ausblick zu genießen und diesen auf Fotos festzuhalten. Ich blicke auf Serfaus, sehe den Högsee, das Komperdell und weit hinter das Lazid. Zudem genieße ich die Ruhe.

Plötzlich stört ein schriller Pfiff die Stille. Nein - es ist glücklicherweise nichts passiert, aber ich erkenne sofort was los ist. Über mir zieht ein Vogel seine Kreise. Nicht nur ich hab ihn bemerkt, auch eines der Alpenmurmeltiere hat die Gefahr erkannt und warnt seine Artgenossen mit dem schrillen Pfiff vor dem Angreifer.

2.685 Meter - Der höchste Punkt ist erreicht

Auf dem Grat angelangt folge ich dem Steig Nummer 23 nach rechts. Nach ein paar Schritten über Felsen und Geröll erreiche ich den Gipfel des Vorderen Brunnenkopfs auf 2.685 Metern Seehöhe. Dies ist gleichzeitig der höchste Punkt meiner heutigen Tour. Hier hat man einen tollen Panoramablick ins Urgtal, über die Dörfer Fiss und Serfaus und in Richtung Fisser Nordseite.

Nach einer kurzen Rast geht es entlang des Grats weiter zum Hinteren Sattelkopf. Der Weg wird etwas schmaler, es geht immer auf und ab und nach rund 15 Gehminuten bin ich am Hinteren Sattelkopf auf 2.670 Metern angelangt. Von hier aus ist das mächtige Gipfelkreuz am Oberen Sattelkopf schon deutlich zu sehen.

Ein einzigartiger Ausblick

Vom Hinteren Sattelkopf zum Oberen Sattelkopf auf 2.596 Metern Seehöhe sind es abermals nur rund 15 Gehminuten. Der Gipfel ist wieder ein toller Platz für Fotos. Nach einer weiteren kurzen Pause nehme ich den letzten Abschnitt meiner Tour in Angriff. Jetzt treffe ich auf "Gegenverkehr". Einige Wanderer starteten am Fisser Joch in Richtung des Oberen Sattelkopfs. Jetzt ist Respekt und Umsichtigkeit gefragt. Ich bleibe öfters stehen, speziell wenn mir Familien mit Kindern begegnen. Ich mache Platz und stelle mich nach außen, sodass die Kinder ganz einfach innen vorbei gehen können.

Respekt am Berg ist immer wichtig! Nicht nur gegenüber anderen Wanderern sondern auch gegenüber der Natur. Der Berg ist kein Müllplatz. Bitte nehmt euren Müll wieder mit und entsorgt ihn dann daheim bzw. im Hotel oder in der Ferienwohnung.

Am Ende des Grats nehme ich noch den kurzen Anstieg in Richtung Zwölferkopf zum Crystal Cube und zur Aussichtsplattform Z1. Für die wenigen Gehminuten wird man nochmals mit einem unvergesslichen Rundumblick belohnt.

Eine süße Versuchung im BergDiamant muss sein

Die letzten Meter abwärts bis zum Panoramarestaurant BergDiamant sind dann kaum mehr der Rede wert. Schritt für Schritt nähere ich mich dem Panoramarestaurant, welches ich permanent im Blick habe. Im BergDiamant gönne ich mir meinen wohlverdienten Wanderlohn. An der großen Kuchentheke ist die Auswahl alles andere als leicht. Die süßen Köstlichkeiten sind alle selbstgemacht und schauen zum Anbeißen aus. Schlussendlich entscheide ich mich für einen Apfelstrudel mit Sahne und eine Tasse Kaffee. Ich setze mich auf die sonnendurchflutete Terrasse des Restaurants und genieße meinen Strudel und den tollen Ausblick.

Die letzten Meter über den Panorama Genussweg

Nach der Stärkung nehme ich die Schönjochbahn und fahre mit dieser bis zur Mittelstation. Damit ich die süße und überaus leckere Köstlichkeit wieder verdauen kann, entscheide ich mich von der Mittelstation der Schönjochbahn über den Panorama Genussweg zur Möseralm und weiter zur Bergstation der Waldbahn (ca. 35 Minuten) zu laufen. Mit der Waldbahn geht es dann wieder nach unten und damit beende ich meinen Wandertag endgültig.

Ein Tag und eine Tour voller toller Eindrücke, angenehmer Temperaturen und viel Sonnenschein. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: Ich hoffe, dass euch mein Wandertipp gefällt und ich wünsche euch viel Spaß und tolle Eindrücke auf der Gratwanderung.

Fakten zur Gratwanderung

Ausgangspunkt: Mittelstation Komperdell auf 1.980 Metern
Ziel: Panoramarestaurant BergDiamant auf dem Fisser Joch auf 2.430 Metern
Höchster Punkt: Vorderer Brunnenkopf auf 2.685 Metern
Höhendifferenz: ca. 860 Höhenmeter
Länge: ca. 6,50 km
Schwierigkeitsgrad: rot (mittel)
Dauer: ca. 4,5 Stunden
Empfehlung: Gute Ausrüstung, Bergerfahrung und Kondition notwendig.
Hinweis: Der Weg ist auch vom Fisser Joch mit Ziel Mittelstation Komperdell (Kölner Haus) begehbar.

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