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Wandertipp des Monats August - Bike & Hike auf den Hexenkopf

  • Berge erleben
  • Sommer
veröffentlicht am geändert am
Lesedauer 3 Minuten
Wir machen heute zum ersten Mal eine Kombination aus Mountainbiken und Bergsteigen. Unser Ziel ist eine anspruchsvolle Tagestour. Mit dem E-Bike wollen wir bis zur Hexenseehütte und von dort den sagenumwobenen Hexenkopf besteigen.

Los geht‘s

Bei perfektem Wetter starten wir früh um 8 Uhr am Tourismusbüro in Serfaus. Die E-Bikes haben wir uns schon am Vortag beim Sportgeschäft ausgeliehen. Über den Wiesenweg, vorbei am Leithe Wirt, Bächen und Wiesen geht’s bergauf zum Komperdell. Außer ein paar Autos ist es noch sehr ruhig hier oben.

Steil aufn Lazid

Wir überlegen kurz, ob wir mit der Gondel weiterfahren, entscheiden uns dann aber doch den steilen Fahrweg zum Lazid in Angriff zu nehmen. Wir haben ja E-Bikes. Zwischendrin drehen wir uns ab und zu um und genießen die Aussicht auf Komperdell. Jetzt machen wir schnell Höhenmeter. Oben angekommen begegnen uns auch die ersten Wanderer, die bei diesem perfekten Tag früh mit der Gondel hochfahren und in alle Richtungen ausschwärmen. Die meisten machen sich auf den Weg Richtung Furgler oder Murmeltiersteig. Wir begleiten sie ein Stück bis zur Scheid. Dort gönnen wir unseren Hintern die erste Pause vom Sattel und stärken uns mit einem Müsliriegel. Die ersten 1.000 hm haben wir schon geschafft!

Jetzt geht es das erste Mal bergab ins Tal. Unten überqueren wir mit unseren Rädern den Moosbach. Das schwere E-Bike ist gar nichts so leicht über die Steine zu schieben. Weiter geht‘s bergauf auf‘s Arrezjoch.

Hexenkopf in der Ferne in Sicht

Endlich sehen wir unser Ziel. Vor uns liegt das Gebiet Masner. Geradeaus sehen wir die Hexenseehütte und auf der rechten Seite, weit oben ragt er über alle anderen Gipfel: Der Hexenkopf. So langsam spüren wir unsere Beine und Hintern vom Radfahren und freuen uns darauf die Hütte bald zu erreichen. Ein kurzes Stück bergab über zwei weitere kleine Bäche geht es zum Speicherteich. Er liegt so schön und ruhig da, dass wir ihn noch schnell einmal mit dem Rad umrunden. Von dort zweigt ein etwas schmalerer und steilerer Weg ab hinauf zum türkis schimmernden Hexensee und weiter zur Hütte. 

Vom Biken zum Hiken

Hier sperren wir unsere Räder ab, tauschen den Helm gegen eine Kappe, holen die Wanderstöcke heraus und machen uns auf den Weg. Nur noch knapp 500 hm liegen vor uns bis wir diesen Riesen mit 3035 m ü. A. erreichen. Am Hexensattel führt uns ein schmalerer Pfad hinauf Richtung Gipfel. Mit Blick auf den Gmairersee über Wiesen und Steine folgen wir den Wandermarkierungen. Kurz vorm Gipfel ergibt sich der Ausblick auf einen besonders hübschen See in heller türkiser Farbe, der uns sehr beeindruckt.

Auf dem Gipfel

In leichter Kletterei und Kraxelei geht es jetzt die letzten Meter auf den Gipfel. Geschafft! Nach fast 5 Stunden erreichen wir den Hexenkopf. Ein Wunder, dass auf diesem schmalen Gipfel ein so großes Gipfelkreuz Platz hat. Bei weiterhin wolkenlosem Himmel bewundern wir die Aussicht auf die umliegenden Berge.

Unsere Jause haben wir uns jetzt aber wirklich verdient! Da wir auf keine Gondel Rücksicht nehmen müssen, können wir den Gipfel in Ruhe genießen. Wir verewigen uns im Gipfelbuch und knipsen den Wanderpass ab.

Der Abstieg

Ein kurzer Blick auf die Ostseite und die Leute, die kurz vor dem Gipfel wieder umdrehen (müssen), bestätigt uns, dass wir den besseren Weg für unseren Aufstieg gewählt haben. Auf der anderen Seite muss man in luftiger Höhe die letzten Meter auf den Gipfel klettern und bloß keinen Fuß falsch setzen. Wir nehmen lieber wieder denselben Weg zurück wie hoch. Der Abstieg ist vergleichsweise schnell gemacht. Zurück an der Hexenseehütte gönnen wir uns erstmal ein kühles Getränk und eine warme Suppe. Wir plaudern kurz mit den Hüttenwirten, die diesen Job jetzt für 2 Wochen ehrenamtlich für den DAV machen.

Zurück nach Serfaus

Unsere Räder stehen zum Glück noch da. So anstrengend das Hochfahren auch war, genießen wir jetzt das bequeme Bergab fahren. Die Wasserstellen sind schnell überwunden und am Komperdell nehmen wir die kleinen Hindernisse der Biker mit. Wir entscheiden uns über den Högsee runterzufahren. Dorthin kommt man entweder über die Fahrstraße oder etwas abenteuerlicher über den Alpkopftrail, ein grüner Trail im SFL-Gebiet. Nach Gondelschluss liegt der Högsee idyllisch da. Die Bergkulisse spiegelt sich im ruhigen Wasser und wartet auf das Tagesende.
Nach einem anstrengenden Tag sind wir gegen 18 Uhr zurück in Serfaus.

Eckdaten zur Wanderung

Gesamtzeit: ca. 8 Stunden

  • Serfaus → Hexenseehütte: ca. 3 Std. (E-Bike)
  • Hexenseehütte → Hexenkopf: ca. 2 Std. (Aufstieg)
  • Hexenkopf → Hexenseehütte: ca. 1 Std. (Abstieg)
  • Hexenseehütte → Serfaus: ca. 2 Std. (E-Bike bergab)

Höhenmeter: ca. 1.900 hm im Aufstieg