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Wandertipp des Monats Juli- Unterwegs auf dem Six Senses Weg

  • Berge erleben
  • Sommer
veröffentlicht am geändert am
Lesedauer 2 Minuten
Eine Sinnesreise durch die Natur! Einfach mal raus. Runterschalten. Durchatmen. Der Six Senses Weg oberhalb von Serfaus ist wie gemacht dafür – eine Wanderung, die nicht nur die Beine bewegt, sondern auch den Kopf frei macht. Wir haben uns auf den Weg gemacht und genau das erlebt.

Der Start: Gondel rein – Alltag raus

Los geht’s mit der Komperdellbahn hinauf auf rund 2.000Meter. Oben angekommen, ist der Alltag sofort ganz weit weg. Statt Straßenlärm hören wir Vogelgezwitscher. Statt To-do-Listen liegt ein entspannter Themenweg vor uns, der uns einlädt, mit allen Sinnen unterwegs zu sein: der Six Senses Weg.

Wir starten gemütlich auf einem breiten Forstweg, vorbei am Murmliwasser, das im Sommer besonders bei Familien für leuchtende Kinderaugen sorgt. Danach geht es hinein in den Wald. Die Sonne blinzelt durch die Baumwipfel, ein leichter Wind bringt die Blätter zum Rascheln – es fühlt sich nach echter Auszeit an.

Fühlen. Riechen. Staunen.

Nach einer kurzen Wegbiegung hören wir es schon – das leise Plätschern eines kleinen Bachs, der sich seinen Weg durch den Wald bahnt. Wir folgen dem Geräusch und setzen uns ans Ufer. Das Wasser ist glasklar und eiskalt. Wir tauchen die Hände hinein, lassen es durch die Finger laufen. Die Sonne wärmt unser Gesicht, während das kalte Wasser einen wunderbaren Kontrast bildet. Für einen Moment ist alles ganz einfach: spüren, lauschen, durchatmen.

Ein Stück weiter wartet die nächste Station: „Welt der Düfte“. Schon beim Anblick der pilzförmigen Drehsessel bleibt man automatisch stehen. Wir setzen uns, lassen uns langsam im Kreis drehen und genießen den Blick über die Wiesen und die Bergwelt. Auf der Tafel lesen wir: „Was riechst du am liebsten? Bergkräuter, Fichtennadeln oder Waldboden und Pilze?“

Es ist eine Einladung zum bewussten Wahrnehmen. Jeder sucht sich sein Lieblings-Relax-Element aus – Kräuter-Nest, Kuschel-Zapfen oder Relax Pilz – und plötzlich wird aus einer einfachen Rast ein Moment, der in Erinnerung bleibt. Wir lehnen uns zurück, atmen ein, schließen kurz die Augen und sind mittendrin in der Natur.

Pause mit Aussicht: Der Högsee ruft

Nach rund eineinhalb Stunden erreichen wir den Högsee – ein echtes Highlight. Das Wasser glitzert in der Sonne, Kinder spielen am Ufer, aus der Seealm Hög duftet es nach Tiroler Schmankerln. Wir gönnen uns eine Pause auf der Terrasse: ein leckeres Essen und ein kühles Getränk – besser geht’s kaum.

Wer mit Kindern unterwegs ist, findet hier im Erlebnispark Hög jede Menge Möglichkeiten zum Austoben. Wir lassen es lieber ruhig angehen und genießen einfach nur die Aussicht über den See.

Spannende Entdeckungen auf dem Rückweg

Nach der Stärkung geht’s weiter – am östlichen Ufer entlang und hinein in den nächsten Waldabschnitt. Der Weg führt uns Richtung Serfaus – vorbei an weiteren Sinnesstationen, die uns immer wieder zum Staunen bringen.

Bei der Station „Spannende Einblicke“ bleiben wir neugierig stehen. Vor uns mehrere Gucklöcher – jedes zeigt ein anderes kleines Fenster in die Welt des Waldes. Wir schauen hindurch und entdecken hinter jedem Rohr etwas Neues: Fichtenrinde, Tannennadeln, Moose, Waldboden. Mal ganz nah, mal überraschend inszeniert. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, wird hier zum spannenden Detail. Ein Stück weiter kommen wir zur Station „Natur im Gleichgewicht“. Hier balancieren wir auf liegenden Baumstämmen, testen spielerisch unser Körpergefühl und lassen uns zum Abschluss einfach mal auf einem der Stämme nieder. Augen zu, Rücken auf dem warmen Holz – das leichte Schaukeln bringt fast ein bisschen Waldboden-Meditation mit sich. Ein kurzer Moment der Stille, der richtig gut tut.

Der krönende Abschluss

Adlerhorst

Und dann wartet unser persönliches Highlight: der Adlerhorst. Eine kurze, wackelige Hängebrücke führt uns hinüber – sie schwingt leicht unter den Schritten und macht den Zugang schon zum kleinen Abenteuer. Am Ende der Brücke: eine hoch oben in den Bäumen gebaute Aussichtsplattform, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Von hier oben blicken wir fast wie aus der Vogelperspektive hinunter auf das Dorf Serfaus. Ringsum breitet sich die imposante Bergwelt aus – mit freiem Blick bis hin zu den Pitztaler und Ötztaler Alpen. Der Aussichtspunkt wirkt wie ein geheimer Ort über den Dingen – ruhig, aussichtsreich und ein wenig magisch.

Unser Fazit

Der Six Senses Weg ist keine sportliche Herausforderung – aber genau das macht ihn so besonders. Er schenkt Ruhe, entschleunigt und zeigt, wie gut es tut, einfach mal mit allen Sinnen unterwegs zu sein. Egal ob allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie.

Unser Tipp: Nimm dir Zeit. Mach Pausen. Lass dich treiben. Denn dieser Weg ist nicht zum Hetzen gemacht – sondern zum Spüren, Staunen und Entdecken.

Eckdaten zur Wanderung

Länge: ca. 6,51 km
Höhenmeter : bergauf 99m bergab 586m
Dauer: etwa 3 - 4h  – je nach Tempo und Pause

Tipp: Festes Schuhwerk und eine kleine Jause im Rucksack sorgen für Komfort unterwegs – so lässt sich die Natur entspannt und in vollen Zügen genießen.