Sun Days Gästemagazin Serfaus-Fiss-Ladis Das Haus der Hanni Texterin Andrea Koolen Tirol | © Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH | Rene Raggl
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Andrea

Das Haus der Hanni in Ladis

18.08.2022 · Dabei sein, Ganzjährig
13 Jahre war es unbewohnt, nun kehrt wieder Leben in „Hanni’s Haus“ ein – einem rätoromanischen Durchfahrtshaus im Lader Ortskern. «Dieses denkmalgeschützte Haus steht hier an der Dorfstraße 11 seit 400 Jahren und hat das Recht, dort auch stehen zu bleiben», so der junge Bauherr Simon Juen aus Ladis.

Lesezeit: 2-3 Minuten

Mit dem Traktor ins Haus

Die Schubkarre? Die ließ Bauherrin Robine Lievaart während des Umbaus von Hanni’s Haus schnell links liegen. Lieber fuhr sie kurzerhand mit dem Traktor durch den großen Rundbogen ins Haus. Ganz so, wie es damals gemacht wurde: Die mächtige Tür im Bogen lässt sich nämlich komplett öffnen. „Die Leute früher wussten, was praktisch ist“, sagt Simon. Bis zum ehemaligen Heustadl konnte man in der Vergangenheit mit dem Traktor fahren, heute lässt es sich an dieser Stelle komfortabel nächtigen. Mit viel Herzblut haben Simon und Robine dem geschichtsträchtigen Hanni’s Haus neues Leben eingehaucht und es umgebaut – oder stecken viel eher noch immer mitten in den Umbauarbeiten. Simons Mutter hat das Haus an ihn weitergegeben, sie hat es von Hanni, ihrer Patentante, bekommen.

Starke Frauen

Mehr als 20 Jahre lang lebten in dem Haus nur Frauen. Da passt es perfekt, dass auch Robine eine Frau ist, die anpackt. Mittlerweile kann sie alle Maschinen bedienen. «Wenn ein Arbeitsschritt in einem Satz erklärt werden kann, dann kann ich es auch selber machen. Man braucht nur die richtige Technik», so die junge Bauherrin. Das Paar ergänzt sich ideal: Sie ist die Geduldige und er der Mann fürs Grobe und Schnelle.

«In unserer neuen Küche standen früher Schweine, im Wohnzimmer Hennen und im Eingangsbereich Kühe.» (Robine)

Ich bau‘ dir ein Haus (um)

Der gelernte Förster und ausgebildete Landesskilehrer versprach seiner Freundin, dass er ihr ein Haus bauen würde, wenn sie zu ihm nach Ladis zieht. Ein Mann, ein Wort! Seit Dezember 2020 wohnen sie nun in dem Haus, in dem schon einige Räume in neuem Glanz erstrahlen - natürlich ganz im Sinne des Denkmalamtes. Ihre Wohnung und das Heustadl-Apartment sind bereits fertig. Zwei großzügige Wohnungen, die nach Hannis Mutter Lina und ihrer Großmutter Balbina benannt werden, sollten folgen. Das junge Paar investiert jede freie Minute in ihr Lebensprojekt und begeistert mit ihrer Zuversicht. Ihr Credo lautet: Alles ist möglich, wenn man nur will. «Als wir selbst nach eineinhalb Jahren noch Probleme mit dem Wasser im Haus hatten, nagte das schon an uns. Früh aufgeben darf man aber nicht», so Simon. An einer gesunden Portion Hoffnung mangelt es den beiden nicht, die Reaktionen im Dorf und in der Familie waren nämlich nicht immer positiv. „Mein Vater war aber ab der ersten Minute mein größter Befürworter.“

Baden in der Rauchkuchl

Sogar die Rauchküchen im Haus werden aktuell in Badezimmer umgewandelt. Auch hier wird die Vergangenheit nicht einfach überpinselt. Nein, nur lackiert und für die Nachwelt konserviert. Die geschwärzte Decke soll erhalten bleiben.


Das gute Alte bewahren

Das Haus einfach niederzureißen, das wäre für Simon nie infrage gekommen. «Schon mit 12, als meine Mutter das Haus erbte, wusste ich, dass ich mal hier wohnen werde. Das Steinhaus hat einen unvergleichbaren Wohnkomfort. Die Mauern speichern die Wärme, kühlen und atmen. Nur den Zubau aus den 80er-Jahren haben wir neu gestaltet. Ansonsten ist alles so wie damals», erklärt Simon. Es wird so wenig wie möglich verändert, der ursprüngliche Charme soll weiter bestehen. Kalte Füße bekommt man aber dennoch nicht: Die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit wie eine Fußbodenheizung dürfen selbst in einem denkmalgeschützten Haus nicht fehlen. Auch die alten Möbel finden in den neuen Räumen wieder Platz. So werden aus alten Kisten Lampenschirme, Leitern zu Hängeleuchten und alte Schränke zu TV-Kommoden. Verschwendet wird nichts. «Alles was noch gut ist, wird auch wieder verwendet», erklärt Simon. Selbst der ausgebrannten Stubenofen wird genutzt und die Fußbodenheizung wird durch den Ofen verlegt.

Und die geschichte geht weiter ...

Nach und nach lässt das ehrgeizige junge Paar das 400 Jahre alte Durchfahrtshaus so wieder in neuem Glanz erstrahlen und das denkmalgeschützte Gebäude darf seine Geschichte fortsetzen: Wie es am Ende aussieht? Das musst du schon selber herausfinden!

Sun Days

Good to know: Bei dieser Story handelt es sich um einen unserer vielen spannenden Beiträge aus unserem Gästemagazin Sun Days.
Neugierig? Auf zur aktuellen Ausgabe!

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