Kind isst mit Familie Eis auf einer Terrasse Bergrestaurant Sonnenburg Sommerurlaub in Serfaus-Fiss-Ladis Tirol | © Serfaus-Fiss-Ladis Marketing GmbH | Rene Raggl
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Aus eigener Produktion: Das Eis der Serfauser Bergbahnen

10.08.2016 · Genuss, Sommer
Es ist heiß, wir wollen Eis. Jeden Sommer verputzen wir alle gemeinsam Unmengen davon. In den Serfauser Bergbahnrestaurants wird dieses selbst produziert. Wie so ein Tag für Vladislav, dem "Eismacher", abläuft, erfährst du hier.

Lesezeit: 3 Minuten

Selbstgemacht schmeckts eben doch am besten

An heißen Sommertagen freuen wir uns nach einer Wanderung, wenn wir eine Eisdiele sehen. Wenn dann auch noch das Wort „hausgemacht“ darauf steht, ist es fast schon eine Pflicht, die gefrorene Köstlichkeit zu probieren. Darf es ein „Klassiker“ wie Vanille, Erdbeere, Schokolade oder Zitrone sein oder lässt man sich doch gerne mal zu einem „Wagnis“ wie Latte Macchiato, Raffaello, Alpenkaramell oder Schwarzwälder hinreißen?

Jeder hat seinen Lieblingsgeschmack und wie bei jedem Essen sind alle Geschmäcker glücklicherweise grundverschieden. Daher benötigt es auch eine große Auswahl, um alle Leckermäuler zufrieden zu stellen. In Serfaus werden in der Sommersaison 25 unterschiedliche Eissorten hergestellt. Und was die meisten nicht wissen: Jede Kugel Eis, die bei der Seealm Hög, im Leithe Wirt, auf der Lassida oder im Murmlikiosk beim Murmliwasser verputzt wird, wird von der Seilbahn Komperdell in Serfaus selbst produziert.

Schritte zum Gelato-genuss

Um das Ganze etwas näher zu beleuchten, habe ich Vladislav im Panoramarestaurant Komperdell, das sich mitten in den Bergen direkt an der neuen Bergbahnstation befindet, besucht. Das Restaurant hat zwar im Sommer geschlossen, doch hinter verschlossenen Türen ist es keineswegs ruhig. Vladi, wie er von allen genannt wird, arbeitet mittlerweile seit fast 25 Jahren in Serfaus-Fiss-Ladis; seit 18 Jahren (mit kurzer Unterbrechung) ist er bei der Seilbahn Komperdell angestellt. Im Winter ist er Küchenchef im Panoramarestaurant Komperdell und im Sommer ist er für die Eisproduktion verantwortlich.

Sein Tag startet mit der Eisverteilung. In der Früh kommen die Restaurantleiter und nehmen die benötigten Sorten mit. Nach abgeschlossener Warenverteilung wird im Lager kurz gecheckt, was noch da ist und was gebraucht wird. Dann geht es schon mit der Produktion los. Was mir sofort auffällt ist, dass Sauberkeit und Hygiene ganz großgeschrieben werden. Dies betont Vladi auch selbst immer wieder und das bemerke ich auch während meines Besuchs. Vor und nach jedem Handgriff wäscht und desinfiziert er sich die Hände.

An einem Tag schaffe ich es, rund 120 Liter Eis zu produzieren“, verrät mir Vladi. Dies entspricht 40 Eiswannen á 3 Liter. Und er fügt hinzu: „Ich bin auch mal froh, wenn es nicht jeden Tag schön ist, denn ansonsten würde ich mit der Produktion nicht mehr nachkommen.“ Da sieht man, dass es auch Leute gibt, die sich über den ein oder anderen Regentag freuen.

2.300 Bolla Eis

Mein Besuch ist an einem Mittwochmorgen und Vladi ist ganz schön im Stress. Nach heißen Sommertagen sind die Eisvorräte schnell aufgebraucht und Nachschub muss her. Dafür sorgt Vladi. Die knallharten Eiszahlen: An guten Tagen werden auf der Seealm Hög gut und gerne 2.300 Bolla, also Kugeln, Eis (ohne Eisbecher) vernascht. Auch im Leithe Wirt, auf der Lassida und im Murmliwasser finden die erfrischende Leckerei reißenden Absatz. Eis gehört zu einem Sommertag am Berg einfach dazu. Das bestätigen die Zahlen.

Meine Frage, welche Eissorten am besten über die Theke gehen, wurde standardgemäß beantwortet: „Die Klassiker wie Vanille, Schoko und Erdbeere werden am meisten gegessen. Diese werden auch für die Eisbecher am häufigsten benötigt. Bei den Kindern ist unser Murmlieis sehr beliebt.“ Während wir uns über die verkauften Mengen unterhalten, bereitet der Eismacher nebenbei alles für die heutige Produktion vor. Das begehrte Murmlieis steht auf seiner der To-do-Liste.

Die Milch für das Milcheis ist bereits fertig pasteurisiert und dann geht es gleich weiter. Die Zutaten werden genau abgewogen und laut Rezeptur der Milch beigefügt. Danach wird alles vermischt und es kommen rund sechs Liter der Mischung für etwa zehn Minuten (je nach Sorte +/- 1-2 Minuten) in die Eismaschine.

Als Vladi das Eis Schicht für Schicht aus der Maschine rinnen lässt und dieses noch mit Smarties garniert (das Auge isst ja mit), kam der Satz, auf welchen ich mich schon während meines ganzen Besuches freute: „Jetzt müssen wir probieren, ob es schmeckt." Wir nehmen beide einen Löffel, lassen uns das eben produzierte Murmlieis auf der Zunge zergehen und sind uns schnell einig: Das Eis hat den Qualitätscheck bestanden!

Jede Eiswanne wird nach der Befüllung genauestens beschriftet, sodass kein "altes Eis" im Kühlraum stehen bleibt. Auch dies kontrolliert der langjährige Eismacher täglich. Mein Glück: Ich durfte auch von den anderen Sorten naschen und meinen Gaumen mit verschiedenen Geschmäckern verwöhnen. Eis essen um 10.00 Uhr morgens: Das etwas andere Frühstück.

Ich bedanke mich bei Vladi für die genauen Erklärungen und meine abschließende Frage, ob er nach der täglichen Produktion überhaupt noch ein Eis sehen bzw. essen kann, beantwortet er mit einem Lachen: „Ganz ehrlich – nein. Aber ich muss natürlich immer probieren, denn die Qualität, welche wir an unsere Gäste weitergeben, muss zu 100% passen.“

Schnell wird klar: Das Serfauser Bergbahnunternehmen betreibt einen hohen Aufwand, um die Qualität ihres selbst produzierten Gelatos sicherzustellen. Und wenn man weiß, woher das Eis kommt, schmeckt es doch gleich nochmals viel besser. Welche Sorte schmeckt dir am besten?


Überblick 🍨

Genug gelesen? Du möchtest dein Gelatogusto gleich stillen? Das kann ich verstehen. Daher nachstehend noch ein schneller Überblick, wo du die Serfauser "homemade" Eiskugeln am Berg mit deinen Liebsten genießen kannst:

  • am Högsee: Seealm Hög
  • am Komperdell: Murmlikiosk
  • am Lazid: Lassida
  • in Dorfnähe/ Mittelstation Komperdellbahn: Leithe Wirt

Tipp 🎂

Jedem Meister sein Handwerk

Was die Serfauser richtig gut und "homemade" können, können die Fisser auch. Ihre Meisthandwerk: das Backen am Berg. Sie glänzen mit ausgebildeten Konditoren und verwöhnen dich in folgenden Bergrestaurants mit Kuchen, Strudel & Co.:

  • an der Bergstation der Möseralmbahn: Möseralm
  • in Dorfnähe/ Mittelstation Sonnenbahn: Familienrestaurant Sonnenburg
  • mitten in den Bergen auf der Fisser Nordseite: Schöngampalm
  • am Fisser Joch/ Bergstation Schönjochbahn: Panoramarestaurant BergDiamant

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