Larissa | © Larissa Maaß
Larissa

100 Tage, 100 Nächte, 100 Mal früh aufstehen - ohne Ausnahme

16.06.2018 · Berge erleben, Sommer
So ein Alltag auf der Alm kann viele schöne Momente bringen, jedoch auch sehr anstrengend sein. Doch jeder, den der „Alpvirus“ einmal ergriffen hat, behauptet das Gleiche: „Auf der Alm, da ist das Leben irgendwie anders.“

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag 3.00 Uhr: Der Wecker klingelt, draußen ist es dunkel und kalt, im Bett wohlig warm und dennoch muss man auf der Alm zu dieser frühen Stunde seinen Schlafplatz verlassen, denn für die Hirten, Senner oder Staller auf der Alm heißt es „Tagwache“ und ab in den Stall. Es warten, wie hier auf der Fisser Kuhalm, fast 100 Kühe, die gemolken werden müssen. Obwohl sich der Tagesablauf eines Hirten auf der Alm grundsätzlich wiederholt, weiß man nie, was einen an jedem neuen Tag schönes oder doch unerwartetes erwartet. 

Melken, reinigen, frühstücken und raus auf die Weide

Das Melken dauert ca. zwei Stunden. Nach dem Melken werden die Melkmaschinen gereinigt und die Milch wird zum Weiterverarbeiten in einem gekühlten Kessel gelagert. Gegen 5.30 Uhr gibt es ein gemeinsames Frühstück, welches von den Almbediensteten zubereitet wird und um spätestens 6.30 Uhr heißt es für die Tiere und den Hirten dann: Raus aus dem Stall und rauf auf die Weide.

Auf den Almen werden jeden Tag neue Weideplätze aufgesucht. Die „Triebzeit“ (der Gang von der Alm bis zur Weide) kann bis zu zwei Stunden dauern. Der Hirte muss bei jeder Witterung vor die Tür und bei "seinen" Tieren bleiben. Das Frühaufstehen wird oftmals mit wunderschönen Sonnenaufgängen, so wie hier oberhalb der Fisser Kuhalm, belohnt.

Im Einklang mit der Natur...

So ein Tag, ganz allein auf der Weide mit den Tieren, kann sich oft ganz schön in die Länge ziehen. Vor allem, wenn das Wetter oder die Temperaturen nicht dem Wunsch des Hirten entsprechen. Ablenkung wäre hier sehr willkommen. Oftmals ist das Smartphone ohne Netzempfang und der nächste Zeitungsstand befindet sich auch nicht gerade um die Ecke. Man hat sehr viel Zeit die Tiere und die Natur zu beobachten und ab und zu muss auch mal ein kurzes Nickerchen sein, denn auf die Dauer sind vier Stunden Schlaf in der Nacht einfach zu wenig. Über den Sommer wird auf der Alm auch einiges an Tabak gebraucht und geraucht. Glücklicherweise kommen hin und wieder auch Wanderer vorbei und so kann man, auf gut tirolerisch gesagt, „an gmiatlicha Ratschr“ (eine gemütliche Plauderei) starten. „Vor allem Gäste sind immer sehr interessiert und wollen sehr viel über unser Leben und unseren Tagesablauf wissen“, erzählt mir der Hirte von der Fisser Kuhalm. „So ein Gespräch kann dann schnell mal eine Stunde oder länger dauern.“

Frische Milch, Butter und Käse

Auf der Fisser Kuhalm wird die Milch von einem Tiroler Milchverarbeitungsbetrieb in großen Tanks abgeholt und weiterverarbeitet. Auf den Almen Komperdell und Lawens in Serfaus wird die Milch täglich von den Sennern frisch zu Käse und Butter verarbeitet.

Gegen 17.00 Uhr heißt es für die Tiere dann wieder: Zurück in den Stall. Für die Tiere, nach einem sehr warmen Tag, oftmals eine große Anstrengung. Bevor es für die Hirten wieder in den Stall geht um die Tiere zu melken, wird gemeinsam gegessen. Dann wird bis ca. 22.00 Uhr gemolken. Nach dem Melken und dem Reinigen der Maschinen heißt es um 23.00 Uhr „Nachtruhe“. Aber diese wird nicht von langer Dauer sein, denn immerhin klingelt der Wecker bereits in vier Stunden wieder und die Arbeit auf der Alm beginnt von vorne.

Ein Blick ins Almleben in Serfaus-Fiss-Ladis

Um einen genaueren Blick hinter die Kulissen der Komperdell Alpe zu werfen, gibt es die Möglichkeit, jeden Dienstag an der Sennereiführung mit anschließender Verkostung teilzunehmen. Treffpunkt ist um 8.45 Uhr bei der Talstation der Komperdellbahn in Serfaus. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich und kann bis Montagabend im Infobüro Serfaus erledigt werden (Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl).

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