Hexensee in Serfaus-Fiss-Ladis in Österreich | © Serfaus-Fiss-Ladis
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Wandern auf den Spuren der Schmuggler

27.08.2020 · Berge erleben, Sommer
Der Wandertipp des Monats August hat nicht nur landschaftlich einzigartige Highlights zu bieten, sondern er entführt Wanderer auch auf eine Reise in die Vergangenheit. Die Rede ist vom Schmugglersteig, welcher sich vom Lazid in Serfaus zum Hexensee schlängelt und interessante Einblicke in das gefährliche Schmugglerdasein aus vergangener Zeit gewährt.

Lesezeit: 4 Minuten

Auf den Spuren der Schmuggler

Schmuggel bedeutet so viel wie Schwarzhandel und es war in den Nachkriegsjahren für einige Bewohner des Hochplateaus eine nicht ganz ungefährliche Art, ihre Familien über Wasser zu halten. Junge, wagemutige Männer, machten sich zu Fuß von Serfaus aus  auf den Weg ins zollfreie Samnaun in der Schweiz, um Waren wie Tabak, Nylonstrümpfe, Kaffee oder Saccharin zu erstehen, diese über die Grenze zu bringen und später in Innsbruck einzutauschen und zu Geld zu machen. Obwohl der Schmuggel mit zahlreichen Risiken verbunden war, blieb der bitterarmen Bevölkerung in den entbehrungsreichen Nackriegsjahren kaum ein anderer Ausweg als zu schmuggeln, ehe der Tourismus für Einkommen in der Region sorgte. Heute erinnert ein inszenierter Themenweg - der sogenannte Schmugglersteig - an die kühnen Abenteuer aus vergangenen Zeiten. Zahlreiche Infotalen am Wegesrand geben einen Einblick in das gefährliche Schmugglerleben von damals. Unter anderem erfahren Wanderer mehr über legendäre Schmugglerkönige, geheime Verständigungszeichen, riskante aber lautlose Rettungsaktionen und über die Widrigkeiten dieser harten Zeit. Aber dazu später mehr.

Auf ins Bergglück

 An einem heißen, nahezu wolkenlosen Augusttag, machten drei Freundinnen und ich uns auf den Weg, um auf dem Schmugglersteig vom Lazid zum Hexensee zu wandern. Mit einer der ersten Gondeln um 08.30 Uhr ging es für uns mit der Komperdellbahn hinauf auf den Lazid. Nachdem wir noch kurz innehielten, um die umliegende Bergwelt zu bestaunen, wanderten wir voller Elan und Vorfreude los. Der Einstieg des Weges ist vom Lazid aus durch Hinweisschilder gut gekennzeichnet und somit einfach zu finden. Schon bald erreichten wir die ersten Infotafeln und begaben uns während des Lesens auf eine Reise in die Vergangenheit.

Wissen To Go

Die Route, welche die Schmuggler damals auf sich nehmen mussten, war in etwa zwanzig Kilometer lang und die Männer waren dabei ca. 5 Stunden unterwegs. Geschmuggelt wurde im Sommer als auch im Winter, wobei es im Winter aus konditioneller Sicht einfacher war, da man große Teile der Route mit den Skiern abfahren konnte. Im Winter war es jedoch aufgrund von der Lawinengefahr und Wetterkapriolen wesentlich gefährlicher als im Sommer.

Aber Gefahren drohten nicht nur durch Naturgewalten, sondern auch durch die wachsamen Zöllner. Diesen waren die Routen der Schmuggler bekannt und sie versuchten ihnen dort aufzulauern. Doch die Schmuggler waren auf der Hut und fanden immer neue Wege in die Schweiz. Manchmal waren die Zöllner erfolgreich und ertappten die Schmuggler auf frischer Tat.  Nicht selten gelang es den Schmugglern jedoch noch zu entkommen, oder die Ware zu verstecken, sodass ihnen die Finanzer letztendlich nichts nachweisen konnte.

Auf dem Weg haben alle interessierten Wanderer die Möglichkeit, mehr über riskante Schmuggelaktionen und auch über die Geschichte bekannter Schmugglerpersönlichkeiten wie Roland Schwenninger, Erwin Jörg oder den Schmugglerkönig Möderle zu erfahren. Eine kurze Rast an den Infotafeln lohnt sich also in jedem Fall.

Panoramareiche Aussichten

Der Weg ist landschaftlich sehr ansprechend und abwechslungsreich. Wir wanderten über steinige Untergründe, vorbei an saftigen Bergwiesen und bestaunten unterwegs einige klare Bergseen und Gebirgsbäche. Während unserer Wanderung hatten wir sogar das Glück und konnten ein Murmeltier erspähen und das Pfeifen der süßen Nagetiere wahrnehmen. Ich kannte dieses Gebiet bisher nur vom Skifahren im Winter und so war es wirklich erstaunlich, welch abwechslungsreiche Vegetation sich unter der sonst so dicken Schneedecke verbirgt. Immer wieder legten wir eine kurze Pause ein, um den schönen Ausblick, der sich uns erbot, auf einem Foto festzuhalten. Der Steig verläuft relativ eben, mit nicht allzu großen Höhenunterschieden. Kondition und Trittsicherheit sind bei dieser sechsstündigen Tour allerdings Grundvoraussetzungen. Zudem sollten feste Schuhe für die Wanderung gewählt werden. Grundsätzlich ist der Pfad aber auch für Familien mit größeren Kindern geeignet, sofern diese sich sicher im alpinen Gelände bewegen.

Ziel erreicht: der Hexensee

Nach ca. 2,5 Stunden erreichten wir unser Ziel: den Hexensee. Türkisblau und nahezu majestätisch schmiegt sich der schöne Bergsee in das umliegende Gebirge. Direkt oberhalb des Hexensees befindet sich die Hexenseehütte, die alle fleißigen Wanderer auf eine Stärkung einlädt. Auch wir kehrten ein und liesen uns dort das wohlverdiente Mittagessen schmecken. Mit gefüllten Mägen machten wir noch etwas Rast am Hexensee. Doch obwohl wir uns zu Beginn unserer Wanderung noch einig waren, dass wir einen Sprung in den Hexensee wagen würden - so änderte sich unsere Meinung dazu umgehend, als wir mit den Händen das doch seeehr kühle Nass berührten. Aber allein der Anblick des Sees sorgte für die nötige Erfrischung. Wir verweilten noch etwas am See, ehe wir uns auf den Rückweg machten.

Tipp: Bei dieser Wanderung sollte man keineswegs die Zeit aus den Augen verlieren, denn man ist auf die Gondel angewiesen, um wieder zurück ins Tal zu gelangen. Für den Hin- und den Rückweg allein sollten 6 Stunden eingeplant werden. Hinzu kommt dann meist noch eine Rast am See oder eine Einkehr in die Hexenseehütte.
Die Lazibahn ist derzeit von 8.30 bis 16.30 Uhr in Betrieb. Hier geht`s zu den Betriebszeiten der Seilbahnen.

Der Schmugglersteig auf einen Blick

- Gehzeit: 6 h (hin und retour)
- Länge: 13 km (hin und retour)
- Schwierigkeit: mittel
- Höhenmeter im Aufstieg: 460 hm hin / 220 hm retour
Höhenmeter im Abstieg: 220 hm hin / 460 hm retour
- Startpunkt: Lazid Bergstation
- Endpunkt: Hexenseehütte

Alle Details zum Schmugglersteig findest du in unserem Tourenplaner.

Mein Fazit zum Schmugglersteig

Der Schmugglersteig ist allen zu empfehlen, die eine längere Wanderung planen. Der Themenweg ist landschaftlich sehr ansprechend und der Ausblick ist wirklich traumhaft schön. Es sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass die Wanderung relativ lang ist und man noch einige Kraftreserven für den Rückweg aufsparen muss. Zudem sollte, wie bereits erwähnt, die Zeit stets im Auge behalten werden und man sollte früh genug loswandern, um die letzte Gondel nicht zu verpassen. Behält man diese Faktoren jedoch im Hinterkopf, ist es eine sehr lohnenswerte Wanderung, mit zahlreichen landschaftlichen Highlights. Die Infotafeln auf dem Weg runden das Wandererlebnis meiner Meinung nach ideal ab.

Wann machst du dich auf den Weg zu den Spuren der Schmuggler? :-) 

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