Besprechung im Hotel Cervosa in Serfaus zum Bau der U-Bahn | © Seilbahn Komperdell GmbH
Blogautorin Andrea Serfaus-Fiss-Ladis | © christianwaldegger.com
Andrea

SFL-Wissensquiz: Wie gut kennst du deine Urlaubsregion?

13.06.2024 · Dabei sein, Ganzjährig
Du kennst die Region Serfaus-Fiss-Ladis richtig gut? Na, dann sollte dieses virtuelle Pub-Quiz doch ein Kinderspiel für dich sein. Eingeschenkt werden am Quiztisch neben Lader Sauerbrunn, Fisser Gerstenbier, Serfauser Schnapsla auch diese 5 spannende Fragen. Bisch bereit?

Lesezeit: 3 Minuten

Wer waren die ersten U-Bahn-Passagiere?

A. 18 Kühe: Gemeinsam mit ihren Serfauser Bauern stiegen sie in die zwei U-Bahn-Waggons ein. Durchs Drehkreuz mussten die Rindviecher aber selbstverständlich nicht. Das wäre dann doch zu viel für Bergdorfbewohner der 80er-Jahre gewesen.

B. 36 Tonnen Wasser: Bevor Mensch oder Tier mitfahren durften, wurden zahlreiche Wassertanks in Reih und Glied aufgestellt. Jeder der zwei Waggons brachte 18 Tonnen auf die Waage bzw. Luftkissen.

C. 2 Männer: Nicht nur die erste bemannte Mondlandung war männlich. In Serfaus landeten Bürgermeister Erwin Tschiderer und der technische Leiter der Seilbahnen Komperdell Alfred Tschuggmal als erste Fahrgäste schwerelos ans Dorfende.


aufLösung

Spannende, ungewisse Tage folgten auf den Baubeschluss der U-Bahn Serfaus. Genau genommen verstrichen 737 Tage zwischen Baubeschluss und erster Jungfernfahrt. Anfang Dezember 1983 kam es zum Beschluss des Gemeinderates, dass das „Verbindungssystem Serfaus“ – so lautete der Arbeitstitel – realisiert wird. Über 700 Tage mussten folgen, bis die Luftkissenbahn dann zum ersten Mal (nach zahlreichen Probefahrten) den öffentlichen Fahrbetrieb aufnahm. Somit konnten Gäste bereits während der Wintersaison 1985/86 die Zubringerbahn mit den zwei Waggons nutzen. Die feierliche Eröffnung fand anschließend einige Wochen später, am 26.01.1986, statt.

Zahlreiche Tests wurden vor der Eröffnung durchgeführt. Für die Probefahrten gingen Wassertanks auf Reisen. Diese wurden in den zwei Waggons in Reih und Glied aufgestellt. Beide mussten eine Last von insgesamt 36 Tonnen standhalten. Richtige Antwort: B.

Wer lenkte das erste Auto in Fiss?

A. Ein Fisser Gastwirt, der gern eines über den Durst trank und 1932 mit einem Autounfall für Schlagzeilen sorgte. Alkohol und Mobilität vertrugen sich bereits vor fast 100 Jahren nicht. 

B.  Ein Fisser Pfarrer, der sein Automobil nach einem Dorffest im Lader Weiher versenkte. Gott sei Dank: Die Nachbarn retteten ihn. Für sein Gefährt kam aber jede Hilfe zu spät. Fortan musste er sich wieder ohne Motor fortbewegen.

C. Eine Fisser Gastgeberin, die ihre Gäste vom Bahnhof Landeck abholte und später zur ersten Postbusfahrerin wurde. Nachdem der Karrenweg durch eine richtige Straße ersetzt wurde, fuhr Gerda 1929 das erste Postauto nach Fiss. Ab 1941 chauffierte sie Anreisende wöchentlich zwei Mal hinauf und hinunter.


Auflösung

Einen Beleg dafür, dass ein Gastwirt der Erste war, der in Fiss ein Auto hatte, liefert ein Bericht im Allgemeinen Tiroler Anzeiger aus dem Jahre 1932: „Vor einigen Tagen fuhr der Gastwirt Ludwig Kofler aus Fiß mit seinem Auto, das er selbst lenkte, von Prutz nach Ried. In einer Kurve kurz vor Ried verlor er infolge zu raschen Tempos die Herrschaft über den Wagen und fuhr an die Bergmauer an.“ Richtige Antwort: A.

Übrigens: Die ersten Autobesitzer waren die "Schumachers" in Ladis. Gäste des Kurhotels Obladis hatten bereits ab 1911 die Möglichkeit, attraktive Ausflugsfahrten zu unternehmen (siehe Foto oben). Fahrten nach Meran und St. Moritz waren dabei besonders beliebt. Zudem wurden Sommerfrischler vom Landecker Bahnhof abgeholt. Schnegg Pepi und auch Jung Karl aus Prutz arbeiteten als Chauffeure für das Kurhotel Obladis und kutschierten Gäste aus aller Welt mit den „Schumacher-Autos“. Sodala: Das ist nun wirklich die ganze Wahrheit.

Was stimmt nicht über Ladis?

A. Hebamme bis 73: Nach 47 Dienstjahren trat Hebamme Johanna Köhle in den wohlverdienten Ruhestand. Mit ihrer Hilfe, selbst Mutter von 10 Kindern, erblickten rund 301 Kinder das Licht der Welt. Bei allen Geburten gab es nur einen Todesfall.

B. Die guten Feen: Sogenannte Brunnenfeen waren im Kurhotel Obladis angestellt. Ihre Aufgabe war es, die Gläser, gefüllt mit Sauerbrunn, für die Kurgäste vorzuwärmen, damit der Säuerling eine angenehme Trinktemperatur hatte.

C. Das Hotel zum Löwen von Laudegg. Es war das erste Hotel in SFL mit einer klaren Familienpositionierung. Sein erstes Kindermädchen Klara wurde 1985 angestellt und arbeitete im Service und in der Kinderbetreuung. Erst später schlossen sich die anderen Dörfer der Zielgruppe an.


Auflösung

Zugegeben: Bei Antwort C habe ich wohl die Wahrheiten etwas verdreht. Zum einen gibt es das besagte Hotel in Ladis gar nicht (auch wenn es ähnlich klingen mag), zum anderen hatten die Serfauser klar die Nase vorne. Hotel-Pionier Franz Tschiderer, der langjährig dem Tourismusverband als Obmann zur Seite stand, erkannte bereits in den 80er-Jahren das Potenzial von Kinderhotels. Dabei führte ein selbst erlebtes Hotel-Fiasko mit seiner Frau und seiner Tochter zur glorreichen Idee, das eigene Hotel daheim einer Generalüberholung zu unterziehen.

„Wenn man sieht, dass etwas funktioniert, dann wird es natürlich nachgeahmt. Der Erfolg hat uns einfach recht gegeben. Einige Hotels sind dann nachgezogen. Gegenwind gab‘s natürlich auch. Aber wenn was gut funktioniert, dann gibt es einfach kein Argument dagegen“, erzählt Franz im „People of SFL“-Interview.

Was bedeutet das Dialektwort "Bolla"?

A. Heuhütte. In einem sogenannten Bolla wird das Heu, das zuvor auf sogenannten „Huinza“ (Heutrockenvorrichtung aus Holz) getrocknet wird, gelagert. Auf den Wiesen oberhalb der drei Dörfer triffst du in großer Zahl auf sie.

B. Huhn. Mit einer Bolla ist ein Huhn gemeint. Allein auf dem „Fisser Goggala“-Hof von Florian und Gloria leben 800 gackernde Bolla. Die Küken werden Bollala genannt.

C. Kugel. Wenn du in SFL eine Kugel Eis möchtest und möglichst local klingen möchtest, dann bestelle so: " Bitte uan Bolla (Vanille-)Eis".


Auflösung

Eine Dialekt-Frage darf natürlich nicht in diesem Quiz fehlen. Findesch it o? Die Bauern in der Region lieben es, ihre Wiesen zu mähen. In guten Jahren kommen sie bis zu dreimal unters Mäh-Messer. Dabei wird zwischen dem 1. Schnitt „Heu“, dem 2. Schnitt und dem 3. Schnitt „Pofel“ unterschieden. Das Futter wird allerdings nicht in einem Bolla gelagert, sondern in einem „Pilla“. Antwort A ist also falsch. Auch Antwort B stimmt nicht. Ein Huhn wird in SFL nämlich als „Pulla“ bezeichnet.

Quizmaster bist du nur, wenn du auf C getippt hast. Das Eis der Serfauser Bergbahnrestaurants stammt übrigens aus eigener Produktion. Apropos Verständigungsprobleme: So mancher Tiroler tut sich sogar beim Bestellen außerhalb seiner Bundeslandgrenze so manches Mal schwer, zu seinem Eisla zu kommen. Bolla versteht in Österreich nicht jeder. Du nun aber schon. Gratuliere!

Wer entdeckte den Sauerbrunn?

A. Eine Ziegeherde. Der Hirte Nikolaus Schederle stellte 1212 fest, dass sich sein Weidevieh gerne in der Nähe der Quelle aufhielt und ihm der Säuerling besonders gut schmeckte. Tiere wussten schließlich schon immer, was ihnen guttut.

B. Eine Laderin. Die ersten Bewohner des Hauses an der Dorfstraße 11 tranken 1515 während einer Wanderung das Sauerwasser. Die Hausherrin bemerkte sogleich, dass sich ihr Sodbrennen verbesserte und gab dieses Wissen mündlich sowie schriftlich an ihre Nachkommen weiter.

C. Ferdinand II. Der Enkel von Kaiser Maximilian entdeckte 1515 während einer Reise nach Italien die Heilquelle. Eine rote Marmorsäule erinnert auch heute noch an den Sauerbrunn-Entdecker.


Auflösung

Sauer macht lustig und auch gesund. Das wusste bereits der Adel. Nach schriftlicher Überlieferung sollen Trinkkuren den Sohn von Erzherzog Ferdinand II. geheilt haben. Zum Dank errichtete sein Vater eine Marmorsäule, die bis heute dort steht. Auch wenn Ferdinand ein Fan des Sauerwassers war, entdeckt hat er sie nicht. Außerdem ist die Geschichte mit der an Sodbrennen leidenden Laderin zwar schön und gut, stimmen tut sie allerdings ebenso nicht. Dennoch ist an dieser Stelle anzumerken: Der Säuerling soll wahrlich bei Gastritis, Asthma, Verdauungsproblemen und eben auch Sodbrennen helfen. A bisl Wahrheit steckt in Antwort B also doch.

Antwort A ist dieses Mal die richtige. Und so hat es sich zugetragen: Nachdem seine Ziegen besonders gerne von dem Säuerling trunken, schrieb der Hirte Nikolaus Schederle jenem Wässerchen eine heilsame Wirkung zu. Wissenschaftliche Belege über die Heilkraft gab es zu jener Zeit aber noch keine. Dennoch vertrauen die Einheimischen bis heute den Nacherzählungen des Hirten. Na dann: Määh bzw. Prost!

Auf einen Blick

Wusstest du auf jede Frage die richtige Antwort? So oder so: Serfaus-Fiss-Ladis hat einiges zu bieten, auch so manche Quizüberraschung.
Die richtigen Antworten noch einmal auf einen Blick: 1. B, 2. A, 3. C, 4. C, 5. A

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