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G´schmackige Mundarten

11.09.2017 · Genuss
Jeder Ort hat seine eigene Mundart. In Serfaus-Fiss-Ladis ist es eine gschmackige. Auf über 2.000 Metern servieren Hüttenwirte mehr als Essen: Sie bieten kulinarische Hochgenüsse, die Schritt für Schritt zum nächsten Häppchen führen.

Der Proviant im Wanderrucksack ist leer. Absichtlich. Denn wer will schon ein Käsebrot essen, wenn er auch ein Rinderfilet bekommen kann? Mit dem Angebot der Kulinarik-Wanderung setzt Serfaus-Fiss-Ladis ein geschmackvolles Statement: Wandern ist Genuss. Einer für die Seele und für den Gaumen! Die Route der Kulinarik-Wanderung kann individuell gewählt werden. Auf sechs verschiedenen Hütten und Restaurants zaubern die Gourmets regionale, viergängige Überraschungen. Die Hütten und Restaurants in Serfaus-Fiss-Ladis, die sich der Kulinarik-Wanderung verschrieben haben, sind die Möseralm, der Leithe Wirt, das Panoramarestaurant BergDiamant, die Schöngampalm, das Restaurant Lassida und die Seealm Hög.

Auf zur Vorspeise

Es ist 09.00 Uhr. Ein guter Zeitpunkt zum Starten. Mein erstes Ziel: Das Panoramarestaurant BergDiamant, das traditionelle Küche, edles Ambiente und wunderschönen Ausblick verspricht. Die Einkehrmöglichkeit liegt direkt an der Schönjochbahn in Fiss. Doch die ignoriere ich heute, denn ich bin zu Fuß unterwegs. Meinen Hunger will ich mir erwandern. Zur frühen Mittagszeit komme ich oben an. Für mich ist ein Platz reserviert, zu dem mich Kellnerin Edina nach netter Begrüßung persönlich führt. Ich fühle mich wohl – hier ist der Gast noch König! Aus der Küche strömen Gerüche, die sich zu einer sagenhaften Duftkomposition vereinen. Hunger kommt auf. Keine fünf Minuten später steht schon das Gedeck vor mir: „Ein kleiner Vorspeisenteller mit Butter-Variationen und verschiedenem Brot“, erklärt Edina. Paprika-Tomaten-Butter, Butter mit Salz und Basilikum-Butter liegen perfekt portioniert und edel angerichtet auf einem großen Teller vor mir. Ich schmecke die Frische heraus. Meinen Durst stillt ein geschmackvoller Aperitif, Bergapfelsaft „Rouge“, alkoholfrei, rötlich, leicht säuerlich und ganz fein.

Auf das Gedeck folgt ein kleiner, rindfleischzarter „Gruß aus der Küche“, bevor Edina die eigentliche Vorspeise serviert: 3erlei Raubfisch, bestehend aus Thunfisch-Tatar und angebratenem Thunfisch, geräuchertem Saibling, Forellen- und Störkaviar. Eine Avocado-Mousse und Alge runden den Appetizer herrlich ab. Der Fisch schmeckt zart, leicht salzig, genau richtig. Was für ein Hochgenuss!

Hauptspeise erwandern

Angenehm gesättigt breche ich auf. Ein leichter Fußmarsch zur Möseralm liegt vor mir, der mich zur Hauptspeise bringt. Die Bewegung tut gut und so erreiche ich in einer knappen Stunde mein nächstes Ziel – den Hauptgang: „Lammkarree in der Kräuterkruste rosa gebraten, dazu Pfifferling-Rahm-Nudeln“. Herrlich. Das Lammfleisch ist zart, genau richtig und die Rahm-Nudeln sind ein Traum. Die Produkte sind überwiegend regional, sie kommen fast alle von den heimischen Bauern. Diese Frische schmeckt man tatsächlich. Ich bin voll, aber ein Dessert geht immer.

Perfekter Abschluss

Ich freue mich auf das „Waldbeeren-Tiramisu“ beim Leithe Wirt, den ich gemütlich zu Fuß erreiche. Der Weg führt mich von der Möseralm auf einem kinderwagentauglichen, breiten Pfad mit nur leichtem Höhenunterschied in einer Dreiviertelstunde hinab zur Hütte. Dort begrüßt mich Volker. Der freundliche Kellner ist mir auf Anhieb sympathisch. Er ist ein geselliger Kerl, der sich ausgezeichnet um das Wohl der Gäste kümmert: „Besonders interessant sind die unterschiedlichen Menschen und Charaktere. Zu uns kommen alle Nationalitäten, überwiegend Deutsche, Schweizer, Niederländer, Italiener und manchmal auch Franzosen oder Belgier.“ Die Kulinarik-Wanderung hat einen großen Mehrwert für die Region. „Das Angebot kommt sehr gut an und wird oft gebucht“, erklärt Volker. Die Gerichte setzen sich aus den Ideen der Küchenchefs der teilnehmenden Restaurants und Hütten zusammen, die sich untereinander absprechen. Jeder entwickelt eine Menü-Idee, „so entsteht die Karte“, verrät der Kellner.

Die Portionen sind zwar groß, doch ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Denn wandern macht hungrig und die Bewegung tut gut. Das sportliche Kulinarik-Konzept punktet mit Regionalität und Frische. Und der gute Nachgeschmack bleibt.

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